Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.
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Pressemitteilung Roses Revolution Deutschland 2018

Roses Revolution am 25. November 2018:

Zeichen setzen gegen Gewalt in der Geburtshilfe

Hamburg/Tübingen 05.11.2018

 

Am 25.11. sind von Gewalt und Respektlosigkeit Betroffene (Mütter, Väter, Eltern und Begleitpersonen), Hebammen, medizinisches Fachpersonal und Auszubildende aufgerufen, ein Zeichen für eine würdevolle und gewaltfreie Geburtshilfe zu setzen. Sie sind dazu eingeladen, vor geburtshilflichen Einrichtungen, in denen sie Gewalt erlebt oder miterlebt haben, symbolisch eine rosafarbene Rose abzulegen und über ihre Erfahrungen zu berichten. Der Aktionstag Roses Revolution findet in 2018 zum sechs­ten Mal statt und erfährt wachsende Resonanz: Im Jahr 2016 haben fast 23% und in 2017 mehr als 25% der geburtshilflichen Einrichtungen in Deutschland Rosen vorge­funden. Die Organisatorinnen des Aktionstags gehen davon aus, dass sich in 2018 wieder viele Betroffene beteiligen werden.

„Die Roses Revolution macht ein Tabu­thema öffentlich und zeigt, dass Geburten auch in deutschen Einrichtungen immer wieder mit Gewaltanwendungen einher­gehen“, sagte Mascha Grieschat, Initiatorin von Gerechte Geburt und Mit-Organisatorin der Roses Revolution in Deutschland. „Jegliche Form von Gewalt verletzt das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit von Schwangeren und Gebärenden und deren Kindern. Das kann und darf nicht akzeptiert werden.

 

Die Berichte, die Eltern und zum Teil auch Klinikpersonal im Zuge der Roses Revoluti­on 2017 veröffentlicht haben, beschreiben körperliche, mentale und strukturell beding­te Gewaltanwendungen. Zudem legten sie nahe, dass vielfach massiver Druck ausgeübt und Angst geschürt werde. „Wir lesen oft, dass teils schmerzhafte Untersuchungen und Eingriffe ohne Aufklärung, Abstimmung und Einwilligung sowie ohne medizinische Notwendigkeit vorgenommen werden. Sogar Dammschnitte oder Kaiserschnitte werden ohne Zustimmung der Frauen durchgeführt“, sagte Mascha Grieschat. Auch respektloser Umgang und verbale Gewalt kommen immer wieder vor.

 

Seit dem Start der Roses Revolution in Spanien 2011 machen jährlich immer mehr Menschen auf Missstände in der Geburtshilfe aufmerksam. So zählte das Organisationsteam in Deutschland in 2014 noch 50, in 2017 schon knapp 200 Rosenniederlegungen. In 2018 werden sich insgesamt über 30 Länder an dem weltweiten Aktionstag beteiligen.


Durch die Roses Revolution ist "Gewalt in der Geburtshilfe" ein Begriff geworden und hat u.a. durch das preisgekürte WDR-Radio-Feature „Weinen hilft Dir jetzt auch nicht!“ mediale Aufmerk­samkeit erlangt. „Das Bewusstsein wächst, dass das Recht auf gewaltfreie Geburtshilfe essen­ziell ist. Seit Jahren fordern wir politische Konsequenzen – doch echte Maßnahmen, wie im WHO-Statement von 2014 empfohlen, fehlen in Deutschland“, erläuterte Mascha Grieschat. „Nach wie vor gab und gibt es keine Reaktionen der Bundesregierung, weder auf die jährlichen Pressemitteilungen und Aktionen, noch auf die seit Januar 2018 laufende Bundestagspetition für eine umfassende Geburtshilfereform. Darum werden wir auch in diesem Jahr wieder das Schweigen brechen. Es muss sich etwas verändern.“

 

Roses Revolution Deutschland

 

Die Roses Revolution ist eine friedliche Revolution gegen Respektlosigkeit und Gewalt im Kontext von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Jede Rose steht als Symbol für das Leid der Betroffenen, für ihre Geschichte und ihre Verletzlichkeit. Roses Revolution Deutsch­land verfolgt das Ziel, den betroffenen Frauen, Müttern, Familien und Geburtshelferinnen eine Stimme zu geben: Für eine menschenwürdige und sichere Geburtshilfe. Mach mit!

Aufruf an alle, die bei einer Geburt Gewalt erlebt haben
 

Die Geburt Deines Kindes war unachtsam? Die Geburtshelfer haben Dich oder Dein Baby nicht so behandelt, wie Du es Dir gewünscht hättest? Du hattest keine selbstbestimmte, gerechte Geburt?

 

Dann mach mit: Lege eine rosafarbene Rose vor die Kreißsaaltür, hinter der Dir Gewalt angetan wurde. Wenn Du magst, schreibe einige erklärende Zeilen in einem Brief dazu.  Dokumentiere/Fotografiere Deine niedergelegte Rose anschließend und poste es mit dem Hashtag #rosrev z.B. bei Facebook, Instagram oder Twitter. Auf Wunsch kannst Du das Bild an uns schicken und wir veröffentlichen es anonym auf der Roses-Revolution-Facebookseite.  Außerdem werden Berichte aus dem Kontext Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett veröffentlicht. Teile Deine Geschichte mit der Welt: #mylabour #Schweigenbrechen

 

· www.rosesrevolution.com

·  www.gerechte-geburt.de/rosrev

·  Facebook: Roses Revolution Deutschland

 

Pressekontakt: Roses Revolution Deutschland - bitte der PDF entnehmen.

 

Presse-Mappe mit Interview und weiterführenden Links: 

www.gerechte-geburt.de/rosrev/pressemappe

Presseinfo Roses Revolution 2018 - 5.11.2018
2 Seiten
19-11-05 - Presseinfo RosRev 2018.pdf
PDF-Dokument [798.4 KB]

Pressemitteilung Roses Revolution Deutschland 2017

Misshandlungen in der Geburtshilfe

Trauriges 5tes Jubiläum der Roses Revolution am 25.11.2017:
Weltweiter Aktionstag für eine gewaltfreie Geburtshilfe

Bonn, Hamburg. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen ruft Roses Revolution zum fünften globalen Aktionstag für eine gewaltfreie Geburtshilfe auf. Betroffene, die während Schwangerschaft, Geburt oder im Wochenbett eine Form von Respektlosigkeit und Gewalt erlebt haben, sind dazu eingeladen, symbolisch eine Rose vor die betreffende Einrichtung zu legen und über ihre Erfahrungen zu berichten.

 

Folge: #25N #RosRev #Schweigenbrechen 

Teile deine Geschichte mit der Welt: #mylabour

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·  Facebook: Roses Revolution Deutschland

 

Seit Beginn der Roses Revolution in Deutschland 2013 machen immer mehr Frauen auf erlittene Gewalt oder Res­pektlosigkeit während der Geburt ihres Kindes aufmerksam. Am 25. November

2014 waren in Deutschland 50 Rosen vor geburtshilflichen Einrich­tungen nie­dergelegt worden. Zwei Jahre später, am 25. November 2016, legten Mütter vor 170 Kliniken eine rosafarbene Rose nieder oder schrieben eine Postkarte. Damit waren 2016 mehr als 22% der insgesamt 741 geburtshilflichen Kliniken betroffen.

 

„Die wachsende Resonanz auf die Roses Revolution zeigt ganz klar: Ausübung physischer und psychischer Gewalt gegenüber gebärenden Frauen ist auch in Deutschland an der Tagesordnung“, sagt Halina Koglin, eine der Initiatorinnen der Roses Revolution in Deutschland. „Sie äußert sich auf ganz unterschiedliche Weise. Auf manche Frauen wird psychischer Druck ausgeübt, damit diese bestimmte Handlungen vornehmen lassen oder standardisierten Abläufen oder medizinischen Eingriffen zustimmen. Es kommt aber auch zu physischer Gewalt, wenn zum Beispiel ein Dammschnitt ohne Einwilligung der Frau durchgeführt oder vaginale Untersuchungen unnötig häufig und schmerzhaft vorgenommen werden.“

 

„Die Aktion will die Gewalt beim Namen nennen. Es gibt ein #Metoo im Kreißsaal!“, sagt Mascha Grieschat, Gründerin von Gerechte Geburt und eine der drei Initiatorinnen der Roses Revolution Deutschland. „Denn die Folgen der stark tabuisierten Gewaltform sind oft schwer und halten lange an.  ‚Für jede 20. Frau wird die Geburt zum Trauma‘ titelte im Juli die Sächsische Zeitung und stützt sich auf die Aussagen der Professorin Kerstin Weidner, Direktorin der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik der Uniklinik Dresden.

 

Die Berichte der Betroffenen sprechen eine deutliche Sprache. So schreibt eine Frau, die mit 17 Jahren Mutter geworden war, rückblickend: „Ich dachte damals ok, los geht ́s, jetzt bekommst du ein Baby ... Weit gefehlt. .... Das Ergebnis dieser Geburt war eine Depression, ein gestörtes Mutter Kind Verhältnis, Panikattacken und auch 17 Jahre später noch Schmerzen an der Narbe und der Seele…“ Eine Hebamme berichtet über den Alltag in ihrem Kreißsaal: „Frauen, die unter PDA so derbe vaginal untersucht werden, dass ich mich frage - wo wollen die hinschauen? Frauen, die eine Epi bekommen, ohne gefragt zu werden. Oberärzte liegen auf den Gebärenden und prügeln die Kinder raus..." Ein Vater schreibt: „Es reichte nicht, dass meiner Frau die Sinne genommen wurden, es wurde ihr auch noch ihre Würde genommen...“ In einem Blog veröffentlicht Mutter Luise Engel die ihr angetane Gewalt: „Ein tiefer Schnitt in meine Scheide – ohne zu fragen, ohne mir etwas zu sagen. Laut Klinik ist das bei Saugglockengeburten normal.

 

Je nach Definition von Gewalt in der Geburtshilfe gehen Fachleute von 10-50% Betroffenen aus.

Einen der Hauptauslöser für Gewaltanwendungen sehen die Initiatorinnen der Roses Revolution Deutschland in der zunehmend technisierten und von ökonomischen und juristischen Zwängen geleiteten Geburt. „Die Einheit von Mutter und Baby mit ihren individuellen Bedürfnissen müssen wieder im Mittelpunkt der Geburtshilfe stehen, damit die Gebärende ihr Kind aktiv, sicher und selbstbestimmt zur Welt bringen kann. Jede Geburt verläuft anders, deshalb kann Standardisierung, die sich nicht an realen medizinischen Notwendigkeiten orientiert, zu einer Gewaltanwendung gegenüber der gebärenden Frau und ihrem Baby führen“, sagt Dr. Katharina Hartmann.

 

Das Roses-Revolution-Deutschland-Team fordert umfassende Refor­men in der Geburtshilfe sowie Prävention und schnelle Hilfen für Be­troffene von Gewalt durch die konsequente Umsetzung der empfoh­lenen Maßnahmen der WHO-Erklärung „Vermeidung und Beseitigung von Geringschätzung und Misshand­lung bei Geburten in geburts­hilflichen Einrichtungen“ (WHO, 2014/2015).

 

Roses Revolution Deutschland

Die Roses Revolution ist eine friedliche Revolution gegen Respekt­losigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe.

Jede Rose steht als Symbol für das Leid der Betroffenen, für ihre Ge­schichte und ihre Verletzlichkeit. Roses Revolution Deutsch­land wird von drei  Frauen organisiert und betreut und verfolgt das Ziel, den betroffenen Frauen, Müttern, Familien und Geburtshelferinnen eine Stimme zu geben: Für eine menschenwürdige und sichere Geburts­hilfe.

 

 

Seit 2013 findet die Roses Revolution in Deutschland statt. Mach mit!

www.rosesrevolution.de. www.gerechte-geburt.de/rosrev  #25N #RosRev

Teile deine Geschichte mit der Welt #mylabour

Facebook: Roses Revolution Deutschland

 

Pressekontakt: Roses Revolution Deutschland - bitte der PDF entnehmen.

 

Presse-Mappe mit Interview und weiterführenden Links:  www.gerechte-geburt.de/rosrev/pressemappe

Pressemitteilung Roses Revolution 2017 - 03.11.2017
17-11-03 Presseinfo - Roses Revolution 2[...]
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Pressemitteilung Roses Revolution Deutschland

 

Respektvolle Geburt?

Die Auswertung der Roses Revolution Deutschland dokumentiert inakzeptablen Umgang mit Gebärenden

Foto: Aktionstag „Roses Revolution Deutschland“, 25.11.2016, Fotodokumentation einer Rosenniederlegung, anonym.

Berlin/Bonn/Hamburg, 16. Mai 2017

 

 

Jedes Jahr, in der 3. Maiwoche, findet die IWRC (International Week for Respecting Childbirth), eine Initiative der ENCA (European Network of Childbirth Associations), statt. Anlässlich der internationalen Woche für Respektvolle Geburt geben die Organisatorinnen der „Roses Revolution Deutschland“, einer Aktion gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe, ihre Auswertung von 2016 bekannt. Alle Einsendun­gen, die am vergangenen 25. November, dem globalen Aktionstag, eingegangen sind, wurden berück­sichtigt. Die 176 Berichte, Fotos und Briefe sind auf der gleichnamigen Facebook-Seite ver­öffent­licht. Sie zeigen auf er­schütternde Weise, wie mit Frauen während der Schwanger­schaft, der Geburt und im Wochen­bett umge­gangen wird. Für mehr als 20 Pro­zent der rund 770 Einrich­tungen in Deutschland wurden ge­waltsame Vor­fälle dokumentiert. Symbolisch erhielten viele eine rosa­farbene Rose.

 

Von Einzelfällen kann bei dieser hohen Zahl nicht mehr gesprochen werden“, sagt Halina Koglin, eine der vier Organisatorinnen der Kampagne.

„Durch die Roses Revolution bekommen die betroffenen Frauen eine Stimme und können mitteilen, was ihnen widerfahren ist. Sie spüren, dass sie nicht alleine mit ihrer Erfahrung sind. Vielen hilft es dabei, das Erlebte besser zu verarbeiten“, sagt die Psychologin und Mit-Organisatorin Claudia Watzel.

Genaue Zahlen zu gewaltsamen Geburtserfahrungen sind unbekannt

Experten schätzen, dass bis zur Hälfte aller Gebärenden betroffen sind. Das Ausmaß für die Familien ist katastrophal. Oft leiden die Frauen, Kinder und Partner noch Jahre später. Bereits 2002 wurde festgestellt, dass Mütter nach negativen Geburtserlebnissen im Schnitt seltener oder erst später ein weiteres Kind bekommen. Bei Mutter und Baby können Stillprobleme auftreten oder Schwierigkeiten, eine sichere Bindung aufzubauen.

Gewalt ist vielfältig

Gewalt in der Geburtshilfe bedeutet nicht nur körperliche Misshandlung. Auch Beleidigun­gen, Geringschätzung und fehlende Zuwendung empfinden viele Frauen als gewaltsam.

Hinzu kommen medizinische Routineeingriffe, die wissenschaftlich seit Jahren widerlegt sind, doch täglich in Kliniken ohne Aufklärung und Einwilligung durchgeführt werden. Auch die viel zu hohe Damm- und Kaiserschnittrate sowie Operationsverletzungen bezeugen eine qualitativ mangelhafte und nicht-evidenzbasierte Geburtshilfe.

Häufig ist Gewalt strukturell bedingt. In einer personell unterbesetzten Geburtshilfe können sich Geburtshelferinnen nicht angemessen um die Gebärenden kümmern. Die vielerorts fehlende einfühlsame Geburtsbegleitung schadet Müttern und Kindern.

Politik schaut weg

Die Weltgesundheitsorganisation mahnt bereits seit 2015 offiziell, „Misshandlungen in geburtshilflichen Einrichtungen“ konsequent zu vermeiden. Doch politisch passiert nichts.

„Seit Beginn der Kampagne im Jahr 2013 fordern wir das Bundesministerium für Gesundheit dazu auf, Stellung zu beziehen und offiziell Daten zu erheben. Doch das Problem wird konsequent ignoriert“, sagt Mit-Organisatorin Dr. Katharina Hartmann.

Prävention und schnelle Hilfe

Um Familien vor physischer und psychischer Gewalt während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett zu schützen, fordern wir grundlegende strukturelle Änderungen in der Geburtshilfe. Dazu zählt zum Beispiel ein besserer Personalschlüssel für die Geburts­begleitung sowie ein Umdenken bezüglich des nicht-indizierten Einsatzes von medi­zinischen Eingriffen.

Nach einer gewaltsamen Geburtserfahrung fehlen schnelle, niedrigschwellige Angebote, wo die Familien qualitative, spezialisierte und kostenfreie Hilfe erhalten.

Patientenrechte gelten auch während der Geburt

„Wir haben viel erreicht, aber es bleibt noch mehr zu tun! Zwar sind immer mehr Frauen bereit, von negativen Erfahrungen zu berichten und Übergriffe öffentlich anzuklagen, doch das Bewusstsein, dass Patientenrechte auch während Schwanger­schaft und Geburt gelten, wächst nur langsam“, so Mascha Grieschat, Organisatorin der Roses Revolution Deut­sch­land.

Es braucht noch mehr Unterstützung seitens der Politik, mehr Hinsehen und Auf­klärung darüber, dass es Respektlosigkeit, Gewalt und Demütigung in der Schwan­ger­schaft, Geburt und im Wochenbett gibt und so wird es auch in diesem Jahr am 25.11.2017 wieder viele Rosenniederlegungen und Berichte geben.

Quellen:

Gottvall K., Waldenstrom U.: Does a traumatic birth experience have an impact on future reproduction? BJOG. 2002 Mar; 109(3): 254–60. IN: 2005-06-12 - Hebamme.ch, S.12.

Mundlos, Christina (2015): „Gewalt unter der Geburt“ Tectum-Verlag, Marburg.

WHO (2015): „Vermeidung und Beseitigung von Geringschätzung und Misshandlung bei Geburten in geburts­hilf­lichen Einrichtungen: http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/134588/22/WHO_RHR_14.23_ger.pdf?ua=1

 

www.gerechte-geburt.de | www.humanrightsinchildbirth.com | www.rosesrevolution.com

 

Die vollständige Pressemitteilung mit Kontaktdaten finden Sie in der PDF (598 KB).

Roses Revolution Deutschland - Auswertung des letzten Aktionstags
- Pressemitteilung -
PM Auswertung RosesRev 16.05.2017.pdf
PDF-Dokument [653.8 KB]

Pressemitteilung von Roses Revolution 2016

Gewalt in der Geburtshilfe erschreckend aktuell – Betroffene beteiligen sich am 25. November 2016 mit der Roses Revolution am weltweiten Aktionstag

Berlin/Bonn/Hamburg, den 12.Oktober 2016

 

Da ich mich weigerte mich hinzulegen, (…) wurde ich kurzer­hand ge­gen meinen Willen von vier Menschen auf das Gebärbett getra­gen (…).

- Zitat eines Geburtsberichts vom letzten Jahr.

 

Weltweit legen Frauen am 25. November rosafarbene Rosen vor die Kreißsaaltüren, hinter denen ihnen Gewalt angetan wurde, und setzen ein Zeichen gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe. Wer mag, schreibt einige erklärende Zeilen dazu und macht ein Foto, welches über soziale Netzwerke verbreitet wird und die Aktion dokumentiert. Zusätzlich werden anonym Geburtsberichte veröffentlicht. In Deutschland wird die Kam­pagne ehrenamtlich von einem Team aus vier Frauen mit ganz unter­schied­lichen Geburtserfahrungen betreut.

 

Im vierten Jahr der Protestaktion sagt Mascha Grieschat, Koordinatorin der Roses Revolution Deutschland: „Wir haben viel erreicht, aber es bleibt noch mehr zu tun! Zwar sind immer mehr Frauen bereit, von negativen Erfahrungen zu berichten und Übergriffe öffentlich anzuklagen, doch das Bewusstsein, dass Patientenrechte auch während Schwangerschaft und Geburt gelten, wächst nur langsam.“ Viel zu oft werden die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit, auf Aufklärung, Information und Einver­ständ­niserklärung durch Geburts­helfer verletzt, sodass im November 2016 wieder erschreckende Geburtsberichte den alltäglichen Skandal von Respektlosigkeit, Beleidigung und Körperverletzung bezeugen werden.

 

Obwohl die WHO seit zwei Jahren explizit dazu auffordert, „Misshandlungen in geburtshilflichen Einrichtungen“ konsequent zu vermeiden, passiert politisch nichts, um Frauen und Kinder vor phy­si­scher und psychischer Gewalt [...]"

 

Die vollständige Pressemitteilung mit Kontaktdaten finden Sie in der PDF (598 KB).

 

Pressemitteilung - Roses Revolution 2016
RosRev Pressemitteilung 12.10.2016.pdf
PDF-Dokument [597.6 KB]

Hintergrundinformationen zur Aktion "Roses Revolution Deutschland".


Facebook-Seite: Roses Revolution Deutschland

Pressemitteilung von Roses Revolution 2015

"Schluss mit Misshandlung schwangerer Frauen
WHO sieht Folgen für Mütter und Kinder –

Betroffene protestieren am 25. November mit der Roses Revolution

Bonn/Hamburg, den 25. Oktober 2015

 

 

Beleidigendes Verhalten und Körperverletzung von Frauen durch Geburtshelfer sind erschreckend normal. Es wird gesellschaftlich akzeptiert, dass Frauen während der Geburt ihres Kindes misshandelt werden. „Geburt tut halt weh“, heißt es im Allgemeinen, auch in Deutschland. Dass dieser Zustand nicht länger so hingenommen werden soll, erläutert eine Erklärung der Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO). In dieser heißt es: „Frauen in aller Welt erfahren unter der Geburt in geburtshilflichen Einrichtungen eine missbräuchliche und vernachlässigende Behandlung. [...] Ein Umgang dieser Art kann sowohl für die Mutter als auch für den Säugling unmittelbar negative Folgen haben.“ Das Europäische Network of Childbirth Associations (ENCA) hat „Gewalt in der Geburtshilfe“ zum Thema seiner nächsten Konferenz gemacht und pünktlich zur Frankfurter Buchmesse ist ein Buch mit Berichten betroffener Eltern und Geburtshelfer erschienen (C. Mundlos: „Gewalt unter der Geburt. Der alltägliche Skandal“ Tectum Verlag). Das Problem wird sichtbarer.

 

Bestärkt durch die WHO-Erklärung und die beginnende gesellschaftliche [...]"

 

Ganze Pressemitteilung in der PDF (3,1 MB) - siehe unten.

 

 

Ansprechpartnerinnen:

 

Dr. Katharina Hartmann (Political Activism Coordinator von Human Rights in Childbirth Deutschland) katharina@humanrightsinchildbirth.com Telefon: 0151-629 700 70

Mascha Grieschat (Gründerin „Gerechte Geburt“)  mascha.grieschat@gerechte-geburt.de

Dipl.-Psych. Claudia Watzel (Mother Hood e.V.) c.watzel@mother-hood.de


Facebook: Roses Revolution Deutschland


Web:

www.gerechte-geburt.de
www.humanrightsinchildbirth.com
www.rosesrevolution.com

Pressemitteilung - Roses Revolution 2015
Roses Revolution 2015 - Pressemitteilung[...]
PDF-Dokument [3.1 MB]

Pressemitteilung von Roses Revolution - 2014

Schluss mit Gewalt in der Geburtshilfe!

Schätzungen: jede zehnte Schwangere betroffen - Gewaltopfer protestieren am 25. November - WHO fordert Maßnahmen gegen Gewalt in der Geburtshilfe

Bonn/Hamburg, den 25. September 2014



Gewalt in der Geburtshilfe ist ein alltägliches, globales Problem. Auch in Deutschland. Das hat die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) jetzt zu einer offiziellen Erklärung veranlasst: „Jede Frau hat das Recht auf den bestmöglichen Gesundheitsstandard. Das beinhaltet das Recht auf achtsame, respektvolle Behandlung während Schwangerschaft und Geburt ebenso wie das Recht auf Gewaltfreiheit und den Schutz vor Diskriminierung.“ Doch während Venezuela und Mexiko seit 2007 ein Gesetz dagegen haben und Argentinien 2009 nachgezogen hat, ist das Thema in Deutschland tabu.

Daher wird am 25. November 2014 zum zweiten Mal die Roses Revolution Deutschland begangen – die Aktion gegen Gewalt in der Geburtshilfe. Weltweit legen Frauen an diesem Tag eine rosafarbene Rose vor die Kreißsaaltür, hinter der ihnen Gewalt angetan wurde.Wer mag, schreibt einige erklärende Zeilen dazu und macht ein Foto, welches über soziale Netzwerke verbreitet wird und die Aktion dokumentiert.

Bereits 2013 haben Hunderte von Frauen Rosen vor die Türen der Kreißsäle gelegt. Dieses Jahr werden es noch mehr sein. Das Bewusstsein wächst, dass körperliche Unversehrtheit und das Grundrecht auf Aufklärung, Information und Einverständniserklärung auch für schwangere Frauen und Gebärende gilt.

 

Dr. Katharina Hartmann, Initiatorin der Roses Revolution Deutschland erklärt: „Oft wird aus Routine Gewalt: Für die Geburtshelfer kann ein Ablauf völlig normal sein, der von der betroffenen Frau als traumatischer Übergriff auf ihren Körper empfunden wird. Ein klassisches Beispiel dafür sind die vaginalen Untersuchungen zur Feststellung des Geburtsfortschrittes oder auch das erzwungene Stillliegen während der CTG-Überwachung: als medizinische Prozedur sind sie äußerst fragwürdig. Von vielen Frauen werden sie als schmerzhafter Übergriff empfunden. Aber die Frauen stellen die Maßnahmen nicht in Frage, obwohl sie sich misshandelt fühlen, weil es von den Geburtshelfern und ihrer Umgebung als völlig normal hingestellt wird. Das ist es aber nicht! Für eine gesunde Geburt reicht es nicht, dass Mutter und Kind leben – es ist an der Zeit, dass wir endlich achtsam mit den werdenden Müttern und ihren Kinder umgehen! Die Rückmeldungen der Frauen an uns und andere Organisationen lassen verstehen, dass Gewalt in der Geburtshilfe derzeit auch in Deutschland ein gesellschaftlich akzeptiertes Massenphänomen ist. Experten schätzen, dass 10% aller gebärenden Frauen betroffen sind. Das muss anders werden!“

Ziel der Roses Revolution ist somit, den Geburtshelfern eine Rückmeldung zu geben: Erhält ein Kreißsaal eine Rose, ist dies ein Grund, über das eigene Handeln nachzudenken, denn es gibt eine Frau, die die Behandlung als Misshandlung empfunden hat. Was kann verändert werden, um in Zukunft Misshandlungen zu vermeiden? „Oft sind es kleine Veränderungen“, sagt Frau Dr. Hartmann „die den Unterschied machen: beispielsweise Frauen vor Prozeduren um Erlaubnis fragen und ein Nein als solches akzeptieren. Die meisten der als traumatisch empfundenen Übergriffe sind medizinisch einfach nicht notwendig.“

 

Zudem ist die Aktion für viele Frauen ein wichtiger Teil der Trauer- und Traumaarbeit. „Letztes Jahr haben uns viele Frauen kontaktiert und erzählt, wie tröstend sie die Niederlegung der Rosen empfunden haben“, berichtet Frau Dr. Hartmann weiter. „Endlich wird ihre Wahrnehmung der Ereignisse ernst genommen und sie können dem Erlebten einen Ausdruck geben. Zudem fordern wir mit der Roses Zudem ist die Aktion für viele Frauen ein wichtiger Teil der Trauer- und Traumaarbeit. „Letztes Jahr haben uns viele Frauen kontaktiert und erzählt, wie tröstend sie die Niederlegung der Rosen empfunden haben“, berichtet Frau Dr. Hartmann weiter. „Endlich wird ihre Wahrnehmung der Ereignisse ernst genommen und sie können dem Erlebten einen Ausdruck geben. Zudem fordern wir mit der Roses Zudem ist die Aktion für viele Frauen ein wichtiger Teil der Trauer- und Traumaarbeit. „Letztes Jahr haben uns viele Frauen kontaktiert und erzählt, wie tröstend sie die Niederlegung der Rosen empfunden haben“, berichtet Frau Dr. Hartmann weiter. „Endlich wird ihre Wahrnehmung der Ereignisse ernst genommen und sie können dem Erlebten einen Ausdruck geben. Zudem fordern wir mit der Roses Revolution auch eine strukturelle Veränderung: Die 1:1 Betreuung durch eine Beleghebamme, die die Frau vor der Geburt schon kennen lernt, ist in der deutschen Geburtshilfe bei wachsendem Kostendruck und Haftpflichtproblemen eine Seltenheit – aber sie ist ein wirksames Mittel gegen Gewalt! Die seit Monaten vertraute Frau Müller, deren Sorgen und Ängste ich als Geburtshelfer kenne, behandle ich ganz anders als die unbekannte „Erstgebärende aus Kreißsaal 2“ oder die „PDA in Kreißsaal 1“.“

 

WHO-Erklärung: http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/134588/1/WHO_RHR_14.23_eng.pdf?ua=1

Ansprechpartnerinnen:
Dr. Katharina Hartmann  (Political Activism Coordinator von Human Rights in Childbirth Deutschland)
katharina(at)humanrightsinchildbirth.com

 

Mascha Grieschat (Gründerin „Gerechte Geburt“)

mascha.grieschat(at)gmx.de

 

Facebook:             Roses Revolution Deutschland
Web:                      www.gerechte-geburt.de 
                               www.humanrightsinchildbirth.com

                               http://jesusaricoy.wix.com/rosesrevolution

Stand: 11.11.2018

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