Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.
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Geburtsbericht anfordern

Dies ist ein Musterschreiben, mit welchem man in der Geburgsklinik die Krankenakte anfordern kann: Einfach kopieren, in Word umändern und abschicken.

Denn: Jede/r hat ein Recht (§630g), seine Krankenakten einzusehen - siehe unten auf der Seite. Dennoch sollte man nicht damit argumentieren, um nicht den Eindruck zu erwecken, man wolle rechtlich gegen die Klinik vorgehen. Dadurch verzögert man die Herausgabe erahrungsgemäß leider nur.

 

Tipp: Es sollte gut überlegt sein, wann und ggf. mit wem man sich diesen Geburtsbericht durchlesen will, wenn die Akte ankommt. Es kann sehr ergreifend sein, auch versteht der Laie nicht unbedingt die Fachsprache und braucht Erklärungen. Eine vertrauensvolle Hebamme oder Traumatherapeutin wäre hier sicherlich wünschenswert.

Musterklinik
Eigener Name
Musterstr. 25
Abteilung Geburtshilfe
12345 Musterstadt
E-Mail max@muster.org
Betreff: Antrag auf Kopie der Krankenakte
 
Musterstadt, den 00.00.2017
 
Sehr geehrter Herr Prof. / Oberarzt Mustermann,
 
in der Zeit vom .....bis.... befand ich mich bei Ihnen in ärztlicher Behandlung.
Ich bitte Sie, mir die vollständigen Behandlungsunterlagen (Krankenblätter und Befunde, Arztberichte, Laborergebnisse, Aufzeichnungen über die Verordnung von Medikamenten, Ultraschallaufnahmen,́ CTGs)
in Kopie zu überlassen (in elektronischer oder gedruckter Form). Die Kosten für die Kopien übernehme ich selbstverständlich entsprechend der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ). Ich bitte Sie, mir die Unterlagen innerhalb von drei Wochen ab Datum dieses Schreibens mit einer Erklärung über deren Vollständigkeit zu übersenden.
 
Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

 

 

Hinweis: Genauigkeit

Der Geburtsbericht bezeichnet streng genommen nicht das Geburtsjournal bzw. die Krankenakte. (Er ist also nicht das, was man umgangssprachlich unter einem Geburtsbericht verstehen würde.) Der eigentliche Geburtsbericht ist in der Regel ein Kurzschreiben z.B. an den behandelnden Gynäkologen, also ein wenig aussagekräftiger DA4-Brief, ohne Behandlungsdetails, CTG oder Medikamentenangaben. Daher ist es wichtig, von der "Patientenakte" oder von "vollständigen Behandlungsunterlagen" bzw. dem "Geburtsjournal" zu sprechen.

 

Recht auf Einsichtnahme in die Patientenakte: §630g

(1) Dem Patienten ist auf Verlangen unverzüglich Einsicht in die vollständige, ihn betreffende Patientenakte zu gewähren, soweit der Einsichtnahme nicht erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter entgegenstehen. Die Ablehnung der Einsichtnahme ist zu begründen. § 811  ist entsprechend anzuwenden.

(2) Der Patient kann auch elektronische Abschriften von der Patientenakte verlangen. Er hat dem Behandelnden die entstandenen Kosten zu erstatten.

[Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch zitiert nach dejoure.org]

 

Stand: 16.04.2017

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