Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.
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Leitfaden: Strafanzeige stellen

Wenn bei der Geburt Deines Kindes gegen das Gesetz verstoßen wurde oder Du die Vermutung hast, dass es so sein könnte (z.B. Körperverletzung), kannst Du Anzeige erstatten. Dies geht grundsätzlich schriftlich oder mündlich, d.h. persönlich bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder beim Amtsgericht. Auch eine Online-Anzeige ist möglich. Sofern ein Anfangsverdacht bestätigt ist, ist die Behörde verpflichtet der Strafanzeige nachzugehen, d.h. zu ermitteln.

Eine Anzeige kann nicht zurückgezogen werden und sollte nicht vorschnell gestellt werden.  (Die Polizei empfiehlt eine Nacht 'drüber zu schlafen'.)

  1. Schreibe ein Gedächtnisprotokoll mit Uhrzeit und Namenangaben, benenne Zeugen
  2. Entscheide Dich, ob Du online, schritlich oder mündlich Anzeige erstatten möchtest
  3. Informiere Dich bei der zuständigen Polizei: www.polizei-beratung.de oder auf www.online-strafanzeige.de (Lass Dich nicht von Texten abschrecken, dass Du die Anzeige nicht zurückziehen kannst. Der richtet sich auch an kolerische Menschen, die ihren Nachbarn wegen einer zu hohen Hecke anzeigen möchten. Wenn Dir oder Deinem Kind Gewalt angetan wurde, dann ist es Dein gutes Recht, dies anzuzeigen)
  4. Erstatte Strafanzeige gegen Unbekannt* wegen aller möglichen* Straftaten.  (Erklärung: "Unbekant" - damit auch z.B. die Klinikleitung belangt werden kann, wenn er nicht auf Gefährdungsanzeigen seiner Mitarbeiter reagiert hat; "alle möglichen Straftaten", da es sein kann, dass letztlich noch Urkundenfälschung oder Nötigung oder noch eine andere Straftat vorliegt, die Du vorher gar nicht bedacht hast.
  5. Wenn Du persönlich auf die Polizeiwache gehst, überlege Dir, ob Du Unterstützung mitnehmen willst. Du kannst auch fordern, mit einer Frau zu sprechen. Falls Du traumatisiert wurdest und es Dir schwer fällt zu sprechen oder Du weinen musst, teile dies den Beamten mit, sie sind in der Regel gut geschult. Sollte das nicht so sein, bitte um Unterstützung von einem anderen Beamten. (Möchtest Du nicht in die Polizeiwache in Deinem Ort, dann suche Dir eine weiter entfernte aus.)
  6. Du erhälst ein Aktenzeichen und es wird vermutlich mehrere Wochen dauern (stark variierent), bis Du Post bekommst.
  7. Sollte das Verfahren eingestellt werden, hast Du die Möglichkeit, bei der Generalstaatsanwaltschaft Einspruch zu erheben.

Stand: 19.11.2017

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