Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.
Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.

Pressemappe zur Bundestagspetition für eine umfassende Geburthilfereform - gegen Gewalt in der Geburtshilfe

Hamburg/Berlin. Die Initiative für gerechte Geburtshilfe in Deutschland fordert eine grund­legende Reform der Geburtshilfe in Deutschland, um physische, psychische und strukturell bedingte Gewalt bei Geburten zu verhindern. Noch bis zum 27. März 2018 können Interes­sierte die Petition mit der Nummer 76417 online unter https://bit.ly/Petition-2018 unterzeichnen.

„Gewalt in der Geburtshilfe ist ein Tabuthema. Aber auch in Deutschland sind nicht besprochene oder medizinisch nicht erforderliche Eingriffe sowie beleidigende Äußerungen bei Geburten an der Tagesordnung“, sagte Mascha Grieschat, Gründerin der Initiative für gerechte Geburtshilfe in Deutsch­land und Initiatorin der Bundestagspetition. Zudem könnten strukturelle Gegebenheiten wie Personalmangel oder starre Vorschriften zu Gewalt gegen Frauen, Ungeborene und Babys, aber auch gegen Väter und Begleitpersonen und medizinischem Personal führen. „Während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett werden täglich Menschen- und Patientenrechte verletzt und Versorgungsstandards nicht eingehalten“, so Grieschat. „Würde, Wahlfreiheit und Unversehrtheit müssen gegeben sein. Gewaltfreie Geburtshilfe ist ein Menschenrecht."

In ihrer am 27. Februar 2018 veröffentlichten Petition fordert „Gerechte Geburt“ den Deutschen Bundestag dazu auf, die Geburtshilfe in Deutschland grundlegend zu reformieren und entsprechende Gesetze auf den Weg zu bringen, um bundesweit eine respektvolle und gewaltfreie Versorgung werdender Mütter und ihrer Babys sicher zu stellen. Maßgeblich ist hier das von der World Health Organization (WHO) bereits in 2014 erarbeitete Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Gewalt in der Geburtshilfe. So fordert die Weltgesundheitsorganisation unter anderem die Ausweitung der Forschung zu Geringschätzung und Misshandlung bei Geburten sowie die Initiierung, Unterstützung und Unterhaltung von Programmen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Mütter. Zum Schutz vor Diskriminierung, missbräuchlicher oder vernachlässigender Behandlung bei Geburten liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der wertschätzenden Versorgung.

Die Petition erhält breite Unterstützung: Zu den Erstunterzeichnern der Petition gehören u.a. Terre des Femmes e.V., die deutschen Hebammenverbände DHV, DFH, BfHD, der Arbeitskreis Frauen­gesundheit in der Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF), Doulas in Deutschland e.V. sowie die Bundeselterninitiative Mother Hood e.V.. In einer eigenen Pressemitteilung bezog der DHV Stellung: „Gewaltfreie Geburt ist ein Frauenrecht“. Ebenso fordert Frauenarzt und Congresspräsident von Geburtshilfe im Dialog aus Mannheim Dr. Ansgar Römer zur Unterzeichnung auf: „Es braucht Veränderungen, es braucht Reformen für Hebammen, GeburtshelferInnen und Eltern.“

Bis zum 27. März 2017 müssen 50 000 Unterschriften beisammen sein, damit es zu einer öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss kommt. Zur Unterzeichnung geht es hier:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_01/_28/Petition_76417.mitzeichnen.html

 

Pressekontakt: Mascha Grieschat - Initiative für gerechte Geburtshilfe in Deutschland - mascha.grieschat@gerechte-geburt.de, weitere Kontaktdaten im PDF-Dokument "Presseinfo"

Presseinfo: Bundestagspetition fordert umfassende Geburtshilfereform
18-03-15_Presseinfo-Bundestagspeition_Ge[...]
PDF-Dokument [657.8 KB]
Bundestagspetition: Tabuthema: Gewalt in der Geburtshilfe - FAQ
18-03-17_FAQ_Tabuthema Gewalt in der Geb[...]
PDF-Dokument [402.3 KB]
Bundestagspetition: Petitionstext mit Erklärung
Wortlaut Bundestagspetition Nr. 76417 fü[...]
PDF-Dokument [419.7 KB]
Ergänzende Informationen: Interview mit Dr. Katharina Hartmann
zum Thema Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe, 03.11.2017
Interview Katharina Hartmann - Gewalt in[...]
PDF-Dokument [497.6 KB]
Vor allem Mutter und Kind erfahren Gewalt, aber auch Väter und Geburtshelfer können betroffen sein.

Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe

 

WHO-Erklärungen

 

Istanbul Convention

 

Aktuelles

 

 

Unter Angabe der Quelle "Berichte der Roses Revolution Deutschland" dürfen unten stehende Fotos sowie die Zitiate verwendete werden.

Zitate aus Berichten der Roses Revolution Deutschland 2016

Bericht Nr. 2 - Brief von einem Vater:

"... Ich wurde zur Untersuchung aus dem Kreißsaal verwiesen und musste mir die schmerzerfüllten Schreie meiner geliebten Frau tatenlos mit anhören. Was tun in solchem Moment? Ich lief hin und her, hielt meinen Kopf der zu platzen drohte! Es reichte nicht, dass meiner Frau die Sinne genommen wurden,
es wurde ihr auch noch ihre Würde genommen...... (Aussagen der Ärztin: „Früher waren die Frauen wenigstens untenrum rasiert.“„Schläft die jetzt? Wir müssen hier auch arbeiten.“Wie soll das Kind denn heißen? Dicke Tilla?“)..." (Aussage: "Frauen unter der Geburt sind eben ein bisschen empfindlich“).

 

Bericht Nr. 3 - Geburtshaus: "... Einer Mutter zwischen den Zeilen zu unterstellen, sie müsse ihr Kind töten wollen, wenn sie sich nicht in den Kaiserschnitt fügt, ist das allerallerletzte! Sogar ich als Laie konnte erkennen, dass das CTG sich nicht verändert hatte – und auch in unserer dicken Akte steht kein Wort von Lebensgefahr. Nur eine Liste von Scheinindikationen, die auch kumuliert einen Kaiserschnitt nicht nötig gemacht hätten. Jetzt bin ich hier und kämpfe nach all der Zeit immer noch mit Flashbacks und den körperlichen und seelischen Folgen dieser Nötigung..."

 

Bericht Nr. 7 - Folgen: ".... Seit zwei Wochen versuche ich die Geschehnisse auf Papier zu bringen, doch mir fehlt immer wieder die Kraft. Das was in dieser Nacht und den Folgetagen passiert ist, hat mich gebrochen. Ich war ein lebenslustiger und freundlicher Mensch, der sich mit viel Empathie und Hingabe um andere Menschen gekümmert und gesorgt hatte, jetzt bin ich depressiv, niedergeschlagen, verängstigt und habe den Glauben an das Gute im Menschen nahezu verloren...."

 

Bericht Nr. 11 - Mutter mit 17: "... Ich dachte damals ok, los geht ́s, jetzt bekommst du ein Baby ... Weit gefehlt. .... Das Ergebniss dieser Geburt war eine Depression, ein gestörtes Mutter Kind Verhältnis, Panikattaken und auch 17 Jahre später noch Schmerzen an der Narbe und der Seele..."

 

Bericht Nr. 17: "Ein tiefer Schnitt in meine Scheide – ohne zu fragen, ohne mir etwas zu sagen. Laut Klinik ist das bei Saugglockengeburten normal. Auch, dass sie die Frauen darüber nicht informieren.“ [Mutter, Luise Engel, teilt ihre Erfahrungen in einem Blogartikel: "Gewalt gegen Gebärende"]

 

 

Bericht Nr. 63: " ...Aber da ging es auch schon los. Die Hebamme sagte mir: „Ich muss Sie kurz untersuchen.“
Sie tastete, und dann, ohne jede Vorwarnung, durchfuhr mich ein schneidender Schmerz, der buchstäblich durch Mark und Bein ging. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet - ich stöhnte laut und mein Körper bäumte sich auf. Es war mir peinlich, aber ich konnte mich selbst nicht daran hindern. Während ich mich zitternd aufrichtete, Adrenalin bis in die Haarspitzen, erklärte mir die Hebamme, dass sie meinen Gebärmutterhals über den Muttermund geschoben hatte. Ich weiß nur noch, wie ich da halb benommen auf der Liege saß und stumm dachte: WIESO HAT SIE MIR DAS NICHT VORHER ERKLÄRT? Ist es nicht selbstverständlich, einer Frau zu erklären, wozu ein Handgriff notwendig ist und sie darauf hinzuweisen, dass das kurz wehtun wird - BEVOR man ihn ausführt?"

 

Bericht - Eine Rose für meine Schwester: ".... Doch dieses Jahr liegt mir besonders die zweite Rose am Herzen. Ich habe sie für meine Schwester gekauft. Ich wollte sie persönlich beim Klinikum abgeben, dem Ort an dem aus meiner starken großen Schwester in diesem Sommer eine gebrochene Frau wurde. Ich habe mich so darauf gefreut, Tante zu werden und nun verbinde ich mit der Geburt meines ersten Neffens den schlimmsten Tag im Leben meiner Schwester...."

 

Hebammenbericht Nr. 3 - Mobbing im Kreißsaal: "...Ich als Studentin bekomme während meines Einsatzes im Kreißsaal kein Geld, darf den Kreißsaal putzen und zwar alle Schränke von innen und von außen, dabei würde einer examinierten Hebamme niemals in den Sinn kommen, einer Studentin zu helfen oder diese Art von Arbeit gemeinsam zu erledigen..."

 

Hebammenbericht Nr. 4: "... Frauen die unter PDA so derbe vaginal untersucht werden, dass ich mich frage - wo wollen die hinschauen? Frauen, die eine Epi bekommen, ohne gefragt zu werden. Oberärzte liegen auf den Gebärenden und prügeln die Kinder raus..."

 

 

Roses Revolution 2017: Misshandlungen in der Geburtshilfe. Trauriges 5tes Jubiläum.
17-11-03 Presseinfo - Roses Revolution 2[...]
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Symbolbild Roses Revolution Deutschland - Foto: Franziska Schonert

Logo der Roses Revolution Deutschland, Jesusa Ricoy

Stand: 17.04.2018

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