Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.
Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.

Beispiel einer Betroffenen - anonymisiertes Vorgehen

"Nachdem ich bei der Geburt unserer ersten Tochter in einem Krankenhaus in 02/2013 schlimme Gewalterfahrungen machen musste, habe ich unsere zweite Tochter in 05/2016 zu Hause geboren.

Unter anderem erfolgten bei vorzeitigem Blasensprung nur wenige Tage vor dem ausgerechneten Termin folgende nicht indizierte Eingriffe:

·     Unaufgeklärter, kontraindizierter Eingriff am Muttermund mit nicht aushaltbaren Schmerzen, danach ist mir das Blut die Beine heruntergelaufen. Keinerlei Reaktion auf unsere heftigen Reaktionen durch den Arzt und die ebenfalls anwesender Beleghebamme. Bereits die Untersuchung war von mir nicht gewünscht, weil die Hebamme kurz zuvor untersucht hatte.

·     Unnötig frühe Einleitung der Geburt mit Cytotec, wobei die Gabe von Cytotec bereits vor der Untersuchung / dem Eingriff für den Arzt feststand.

·     Zahlreiche vaginale Untersuchungen trotz gegenteiliger Darstellung im Vorfeld.

·     Gabe von Schmerzmitteln (u. a. Meptit) ohne Risikoaufklärung, trotz Wunsch, grundsätzlich ohne Schmerzmittel zu gebären.

·     Katheterisieren statt Toilettengang.

·     Kaum Positionswechsel, überwiegende Rückenlage auf dem sehr hoch gefahrenen Geburtsbett, am Ende in Fußstützen.

·     Gabe von Oxytocin zur Wehenförderung ohne Ankündigung und Risikoaufklärung, obwohl keine Wehenschwäche vorhanden war.

·     Kristellern mit dem Unterarm ohne Risikoaufklärung.

·     Dammschnitt ohne Ankündigung und Risikoaufklärung mit anschließendem Dammriss dritten Grades.

Nur wenige Tage nach der Hausgeburt unserer zweiten Tochter haben wir uns entschieden, die Geburt unserer ersten Tochter schonungslos aufzuklären und massiv rechtlich gegen das Erlebte vorzugehen.

Um Euch einen Einblick in den zwar langwierigen, aber für uns auf allen Ebenen sehr hilfreichen Weg zu bieten, habe ich im Folgenden unseren Weg dokumentiert und den anonymisierten Schriftverkehr verlinkt.

Mit Schreiben vom 30. Mai 2016 [1 - 20160530 unsere Anforderung Geburtsakte und Aufklärung an Arzt Dr. B.] habe ich den „behandelnden“ Arzt Herrn Dr. B. zunächst um Aufklärung bisher nicht aufgeklärter Eingriffe gebeten und die Geburtsunterlagen angefordert. Da eine Antwort ausgeblieben ist, habe ich die Geschäftsleitung des Krankenhauses mit kurzer Frist um Unterstützung gebeten [2 - 20160615 unsere Anforderung Geburtsakte bei Geschäftsführung]. Da auch diese Bitte zunächst unbeantwortet geblieben ist, haben wir den Aufsichtsrat des Krankenhauses um Unterstützung gebeten [3 - 20160623 Anforderung Geburtsakte bei Aufsichtsrat]. Seit diesem Zeitpunkt hatten also alle Organe des Krankenhauses Kenntnis von den Vorkommnissen und damit die Gelegenheit, diese aufzuklären und dafür zu sorgen, dass derartige Dinge nicht mehr geschehen.

Die Geschäftsleitung des Krankenhauses hat schließlich mit Schreiben vom 21. Juni 2016 [4 - 20160621 Antwort Geschäftsführung mit Geburtsakte], das entsprechend zeitversetzt bei uns eingegangen ist, die Geburtsakte übersandt. Eine schriftliche Stellungnahme zu den Vorkommnissen wollte man jedoch nicht abgeben. Stattdessen wurde mir unverschämter Weise ein persönliches Gespräch mit dem „behandelnden“ Arzt angeboten.

Nach sorgfältiger Durchsicht der Geburtsakte habe ich der Geschäftsleitung mit Schreiben vom 24. Juni 2016 [5 - 20160624 unsere Antwort auf Schreiben 20160621] geantwortet, nachdem Belege fehlten und meine Nachfragen nach den nicht aufgeklärten Eingriffen und Vorkommnissen  - welche ich nochmals wiederholt habe - nicht schriftlich beantwortet werden wollten. Daneben habe ich darum gebeten, dass offensichtlich zumindest irreführende Darstellungen der Behandlung Schwangerer und werdender Mütter auf der Internetseite des Krankenhauses korrigiert werden. Dies ist natürlich trotz mehrmaligem Hinweis Stand 06/2018 noch nicht geschehen. Das Angebot, einen Gesprächstermin beim „behandelnden“ Arzt zu vereinbaren habe ich auch mit Blick auf den zu erwartenden Ausgang und die fehlende schriftliche Dokumentation natürlich abgelehnt. 

Mit knappem Schreiben vom 29. Juni 2016 [6 - 20160629 Antwort Geschäftsführung auf unser Schreiben vom 20160624] wurde mir durch die Geschäftsleitung mitgeteilt, dass mir bereits alle Unterlagen zur Verfügung gestellt worden seien. Damit waren neben Behandlungsfehlern auch Datenschutzverstöße [u.a.] und nicht belegte Abrechnungspositionen ersichtlich. Die Geschäftsleitung hat mit diesem Schreiben bereits offengelegt, wie schlecht es um die Fehlerkultur, Einsicht und Übernahme von Verantwortung bestellt ist. Im weiteren Verlauf wird dieses noch deutlicher.

Mit Schreiben vom 05. Juli 2016 [7 - 20160705 unsere Antwort auf Schreiben 20160629] haben wir noch einmal explizit die gewalttätige Behandlung benannt, die massiven Datenschutzverstöße angesprochen und um Korrektur der Rechnungen gebeten.

Wie erwartet konnte die Geschäftsführung in Ihrer Antwort vom 11. Juli 2016 [8 - 20160711 Antwort Geschäftsführung auf unser Schreiben vom 20160705] in keinem Punkt Einsicht zeigen und hat sich dabei in absurde Argumentationen verstrickt. Besonders interessant war aber, dass die Geschäftsführung „unsere“ freiberuflich tätige Hebamme als Mitarbeiterin des Krankenhauses bezeichnet hat und damit die Abhängigkeit und das Verhalten der Hebamme dokumentiert hat. 

Mit Schreiben vom 16. Juli 2016 [9 - 20160716 unsere Antwort auf Schreiben 20160711] haben wir – neben der weiteren Konfrontation der Geschäftsführung mit den festgestellten Mängeln - einen Einblick in die sog. Dokumentenhistorie der Patientenakte verlangt, um Änderungen an und Zugriffe auf die Patientenakte nachvollziehen zu können. Bemerkenswert an der Antwort der Geschäftsführung vom 21. Juli 2016 [10 - 20160721 Antwort Geschäftsführung auf unser Schreiben vom 20160716] ist, dass uns kein Einblick in die Dokumentenhistorie gewährt werden sollte. Zudem hat sich die Geschäftsleitung ausdrücklich nur dafür entschuldigt, dass uns persönliche Daten einer anderen Patientin zur Verfügung gestellt wurden, nicht jedoch um Entschuldigung gebeten, dass unsere – zudem noch zum Teil falschen – Daten ohne unsere Zustimmung an Dritte verschickt wurden.

Mit Schreiben vom 29. Juli 2016 [11 - 20160729 unsere Antwort auf Schreiben 20160721] haben wir der Geschäftsführung des Krankenhauses mitgeteilt, dass wir die Datenschutzverstöße an die Datenschutzbeauftragten zur Prüfung weitergeben mussten. Ebenfalls haben wir aufgrund der Befürchtung eines langen und nervenaufreibenden Verfahrens einen Vorschlag für einen kurzfristigen Abschluss unterbreitet. Wir wären bereit gewesen, u. a. eine Bitte um Entschuldigung entgegenzunehmen, vertraulich zu behandeln und im Gegenzug auf rechtliche Schritte zu verzichten. Mit Schreiben vom 19. August 2018 [12 - 20160819 Antwort Geschäftsführung auf unser Schreiben vom 20160729] ist die Geschäftsleitung auf unseren Vorschlag natürlich nicht eingegangen.

Danach haben wir den Rechtsweg weiter vorbereitet und eine entsprechend engagierte und erfahrene Rechtsanwältin mandatiert.

Zunächst haben wir uns in Abstimmung mit unserer Rechtsanwältin und unserer Rechtsschutzversicherung (auch an dieser Stelle die deutliche Empfehlung an alle Eltern, eine Rechtschutzversicherung abzuschließen) für ein Verfahren vor der Gutachterkommission der Ärztekammer entschieden. Dieses Verfahren ist einerseits kostenlos (mit Ausnahme der anwaltlichen Begleitung), wird aber andererseits sehr kritisch gesehen, da das Verfahren von den ärztlichen Haftpflichtversicherungen mitfinanziert wird. Über die Stellungnahmen und das Verhalten der Gegenseite in diesem Verfahren konnten wir im Folgenden aber wertvolle Erkenntnisse für uns erlangen. Einen guten Eindruck von der Qualität des Verfahrens ergibt sich aus dem weiteren Verlauf dieses Textes.

Im Rahmen der Vorbereitung des Verfahrens haben wir mit Schreiben vom 13. Oktober 2016 [12 - 20160819 Antwort Geschäftsführung auf unser Schreiben vom 20160729] beim Krankenhaus die Patientenakte unserer Tochter angefordert, die uns mit Schreiben vom 27. Oktober 2016 zur Verfügung gestellt wurde – wieder ohne proaktive Kommentierung von Mängeln.

Ebenfalls haben wir einen Facharzt  für  Frauenheilkunde  und  Geburtshilfe sowie Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe um Lesehilfe und Einschätzung zu den Vorkommnissen gebeten. Die Gespräche mit Herrn Professor H. waren sehr hilfreich. An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank hierfür!

Mit Schreiben vom 10. November 2016 [15 - 20161109 Anschreiben an GAK] haben wir dann der Gutachterkommission u. a. die „Behandlung“ vor und bei der Geburt unserer Tochter vorgelegt. In die Anlage haben wir unsere Schilderungen der Vorkommnisse [[16 - 20161109 Schilderung Mutter als Anlage 1 zum Anschreiben 20161109] und [17 - 20161109 Schilderung Vater als Anlage 2 zum Anschreiben 20161109]] sowie die sehr gut von uns aufbereiteten Dokumentationen aufgenommen. Auf dieser Basis haben wir grundsätzlich mit einem zügigen und zielführenden Verfahren gerechnet, sollten aber im Folgenden eines besseren belehrt werden.

Unsere Tochter ist hochgradig bzw. hochgradig bis an Taubheit grenzend schwerhörig. Neben der „Behandlung“ vor und bei der Geburt unserer Tochter haben wir der Gutachterkommission ebenso die wohl falsche Hördiagnose unserer Tochter beim niedergelassenen Hals-Nasen-Ohren-Arzt Herrn Dr. A. vorgelegt, an den wir nach zahlreichen erfolglosen Hörtests im Krankenhaus (sog. OAE vor und auch noch nach unserer Entlassung) gezielt verwiesen wurden. Im April 2013 stellte Herr Dr. A. aber angeblich fest, dass die sog. OAE in Ordnung seien. Die gemessenen Daten konnten uns von diesem Arzt im Mai 2016 aber leider nicht mehr vorgelegt werden, da das System defekt war und eine Datensicherung unterblieben ist. Insgesamt komischerweise sehr viele blöde Zufälle und alle zu unseren Lasten. Da der Arzt dem Verfahren später nicht beitreten wollte, haben wir hier Klage eingereicht. Die Rechtskosten hierfür wurden ohne Zögern von unserer Rechtschutzversicherung übernommen.

Mit Schreiben der Gutachterkommission vom 23. Februar 2017 [18 - 20170223 Antwort GAK] wurde uns dann u. a. die Stellungnahme von Herrn Dr. B. vom 02. Februar 2017 [19 - 20170223 Stellungnahmen Dr. B. 20170202 als Anlage] übersandt. In seiner Stellungnahme geht Herr Dr. B. zum Großteil gar nicht auf die konkreten Vorwürfe ein, sondern führt zu Punkten aus, die wir gar nicht an die Gutachterkommission adressiert haben. Zudem behauptet offensichtlich fälschlicherweise Herr Dr. B., er sei (von der Hebamme) gebeten worden, den Blasensprung zu verifizieren und er behauptet, dass ein eindeutiger Fruchtwasserabgang nicht dokumentiert sei. Ebenfalls habe die „Untersuchung“ (übersetzt: brutale und nicht aufgeklärte Manipulation am Muttermund) eine „Konsequenz“ gehabt (übersetzt: mir ist das Blut die Beine hinuntergelaufen und durch den Eingriff ist das Infektionsrisiko angestiegen).

Mit Schreiben vom 06. März 2017 [20 - 20170306 unser Anschreiben an GAK mit Stellungnahme zu Dr. B 20170202] konnten wir die falschen Behauptungen von Herrn Dr. B. anhand der Dokumentation einfach widerlegen sowie unseren Unmut und unser totales Unverständnis in Bezug auf die Stellungnahme von Herrn Dr. B. ausdrücken.

Unser Schreiben wurde dann wieder mit Schreiben der Geschäftsführung des Krankenhauses vom 07. April 2017 [21 - 20170407 Stellungnahme Geschäftsführer für Dr. B. zu unserem Schreiben vom 20170306] in der Form „beantwortet“, dass in keinem Punkt auf offensichtliche Fehler eingegangen wird. Außerdem wird die Behauptung aufgestellt, ich habe in einem meiner ersten Schreiben bestritten, das Dokument zur Cytotec-Aufklärung zu kennen. Erst nach mehreren Ermahnungen wird erst viel später (siehe weiter unten) versucht, diese nachweislich falsche Behauptung zurückzunehmen bzw. zu rechtfertigen.

Bereits hier sei festgehalten, dass das Krankenhaus offensichtlich keinerlei Hemmungen besitzt, nachweislich falsche Darstellungen abzugeben und dass sich die Gutachterkommission für sämtliche Falschdarstellungen zumindest uns gegenüber nicht interessiert.

Die Stellungnahme der Geschäftsführung haben wir mit Schreiben vom 25. April 2017 [22 - 20170425 unser Anschreiben an GAK wegen Stellungnahme 20170407] beantwortet, auf die falschen Darstellungen und Auffälligkeiten in der Dokumentation hingewiesen sowie weitere Argumente für das Verfahren geliefert.

Mit gleichtägigem Schreiben [23 - 20170425 unsere Anforderung Unterlagen bei Hebamme] haben wir „unsere“ Beleghebamme – die wir aufgrund ihrer bedauernswerten Abhängigkeit zunächst außen vor lassen wollten – um einen Geburtsbericht und um Übersendung ihrer Aufzeichnungen gebeten.

Mit Schreiben vom 17. Mai 2017 [24 - 20170517 Stellungnahme Dr. B. zu unserem Schreiben 20170425] behauptet Herr Dr. B., er habe alle unsere Schreiben beantwortet (was mindestens inhaltlich nicht zutrifft, wie die Dokumente zeigen) und er sei in den Einzelsituationen (unaufgeklärter gewalttätiger Eingriff bei Eingangsuntersuchung, unangekündigter Dammschnitt) nicht von uns angesprochen worden. Daneben weist er darauf hin, dass wir das Angebot einer vom Krankenhaus bezahlten Mediation unter ärztlicher Leitung nicht angenommen. Mit welchem Ergebnis hätten wir wohl bei so etwas rechnen müssen, wenn das Verfahren vor der Gutachterkommission wie schon zuvor und im Folgenden beschrieben abläuft?!

Um die offensichtlich falsche Behauptung von Herr Dr. B. in seinem Schreiben vom 02. Februar 2017, er sei (von der Hebamme) gebeten worden, den Blasensprung zu verifizieren, und es sei kein eindeutiger Fruchtwasserabgang dokumentiert sei, zu widerlegen, haben wir „unsere“ Beleghebamme mit Schreiben vom 18. Mai 2018 [25 - 20170518 unsere Anfrage an Hebamme wegen Stellungnahme Dr. B. 20170407] um Stellungnahme gebeten. Wie erwartet bestätigt Frau Z. diese Darstellung von Herrn Dr. B. mit Schreiben vom 23. Mai 2017 [26 - 20170523 Antwort Hebamme zu unserer Anfrage 20170511] nicht. Ansonsten kann Frau Z. angabegemäß sich an nichts anderen erinnern.

Mit Schreiben vom 06. Juni 2017 [27 - 20170606 unser Anschreiben an GAK nach Schreiben der Hebamme] haben wir das Schreiben „unserer“ Beleghebamme an die Gutachterkommission weitergeleitet und gleichzeitig auf einen weiteren Dokumentationsfehler hingewiesen.

Aufgrund von Überschneidungen auf dem  Postlauf teilte unsere Anwältin der Gutachterkommission mit Schreiben vom 19. Juni 2017 [28 - 20170619 unsere Anwältin an GAK dass alles gesagt ist] mit, dass nun alles gesagt sei, dass der professionellen Aufarbeitung der Vorzug vor direkten Gesprächen mit dem Krankenhaus zu geben war und dass die Gegenseite keine Belege für die falsche Behauptung im Schreiben vom 07. April (siehe oben) vorlegen kann.

Mit Schreiben der Gutachterkommission vom 11. Juli 2017 [29 - 20170711 GAK fragt nach Aktenzeichen Strafanzeige und Anlage Krankenhaus] wurden wir gebeten, mitzuteilen, bei welcher Staatsanwaltschaft und unter welchem Aktenzeichen das Verfahren anhängig sei, nachdem das Krankenhaus die Gutachterkommission mit Schreiben vom 05. Juli 2017 über ein Aktenzeichen der Kriminalpolizei informierte.

Hintergrund ist, dass wir – in Abstimmung mit unserer Anwältin über eine andere spezialisierte Kanzlei - zwischenzeitlich Strafanzeige wegen der Datenschutzverletzungen gestellt haben und Herr Dr. B. dabei ins Fadenkreuz der Ermittler geraten war.

Mit Schreiben vom 17. Juli 2017 [30 - 20170717 unsere Anwältin an GAK dass Strafanzeige wg Datenschutz nicht relevant] drückt unsere Anwältin ihre Verwunderung über die Vorgehensweise der Gegenseite aus, weist darauf hin, dass offensichtlich zusätzlich ein Schreiben der Gegenseite vom 16. Juni 2017 vorliegt, das uns nicht bekannt ist und erläutert den Hintergrund der Strafanzeige.

Mit Schreiben der Gutachterkommission vom 24. Juli 2017 [31 - 20170724 GAK an uns dass Verfahren fortgesetzt wird] wurde uns dann erwartungsgemäß mitgeteilt, dass das Verfahren fortgesetzt wird.

Nachdem uns das Schreiben der Gegenseite vom 16. Juni 2017 immer noch nicht vorgelegt wurde, erinnerte unsere Anwältin mit Schreiben vom 09. August 2017 [32 - 20170809 unsere Anwältin an GAK mit Bitte um Schreiben Dr. B. 20170616] an die Übersendung.

Mit Schreiben vom 14. August 2017 übersendet uns die Gutachterkommission endlich das Schreiben von Herrn Dr. B. vom 16. Juni 2017 [33 - 20170818 GAK übersendet uns angeforderte Bitte von Dr. B. um Einstellung des Verfahrens], in dem dieser mit Verweis auf die Strafanzeige und die Statuten der Gutachterkommission das Verfahren vor der Gutachterkommission einstellen lassen will.

Bereits an dieser Stelle verdichten sich die Hinweise, dass die Gutachterkommission Täuschungs- und Verzögerungsversuche nicht unbedingt erkennen möchte und dass die Gegenseite alles tut, um eine Aufklärung zu verhindern.

Mit Schreiben vom 22. August 2017 [34 - 20170822 GAK übersendet uns Entwurf Gutachtenauftrag] wurde uns durch die Gutachterkommission der zumindest für uns leicht verständliche Entwurf des Gutachtenauftrages zur Verfügung gestellt.

Der Entwurf wird mit Schreiben unserer Anwältin vom  01. September 2017 [35 - 20170901 unsere Anwältin mit Freigabe Entwurf Gutachtenauftrag und unserer Stellungnahme an GAK] freigegeben. Da im Gutachtenentwurf sämtliche inhaltlichen Aspekte fehlen, bat unsere Anwältin um Bestätigung, dass neben der Dokumentation auch alle Stellungnahmen in die Begutachtung einbezogen werden. Als Anlage fügte unsere Anwältin eine Stellungnahme von uns bei, in der wir u. a. unseren Unmut über den Täuschungsversuch von Herrn Dr. B. zum Ausdruck bringen, noch einmal darauf hinweisen, dass die falsche Behauptung im Schreiben vom 07. April 2017 (siehe oben) richtiggestellt wurde und um unbeeinflusste, korrekte und zügige Begutachtung vor dem Hintergrund möglicher Verjährung im Februar 2018  und bereits durch die Gegenseite verursachter  Verzögerungen bitten. Zu diesem Zeitpunkt mussten wir davon ausgehen, dass der Gutachtenauftrag zeitnah und nicht erst am XXX von der Gutachterkommission an den Gutachter versendet wird.

Um der Gutachterkommission abschließend den Nachweis zu erbringen, dass sich die Strafanzeige ausschließlich auf datenschutzrechtliche Aspekte bezieht und deshalb irrelevant für das Verfahren vor der Gutachterkommission ist, hat unsere Anwältin der Gutachterkommission mit Schreiben vom 28. September 2017 [36 - 20170928 unsere Anwältin mit den Stellungnahmen zur Strafanzeige Datenschutz an GAK] eine Kopie der Strafanzeige [37 - 20170928 z Anlage 1 - 20170425 unsere Strafanzeige Datenschutz an Staatsanwaltschaft], eine Kopie der Stellungnahme der Anwältin von Herrn Dr. B. vom 31. August 2017 [38 - 20170928 z Anlage 2 - 20170831 Stellungnahme Datenschutz Anwältin von Dr. B.] mit wieder leicht nachweisbaren Falschdarstellungen und der Information, dass sich „unsere“ Beleghebamme zu einer Falschaussage hinreißen lassen würde, sowie die Stellungnahme unseres Anwaltes vom 26. September 2017 [39 - 20170928 z Anlage 3 - 20170926 unsere Stellungnahme an Staatsanwaltschaft] übersandt. Leider wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 30. November 2017 [40 - 20170928 zur Info - 20171130 Einstellungsmitteilung Staatsanwaltschaft] eingestellt, weil wir leider zu spät Strafanzeige gestellt haben bzw. weil nach Angaben des Krankenhauses (!) gegenüber der Staatsanwaltschaft kein Verantwortlicher ermittelt werden konnte. Die Einstellungsmitteilung enthält viele Fehler. Auf eine Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens haben wir dennoch verzichtet, weil wir die Vorweihnachtszeit genießen wollten und die Staatsanwaltschaft noch für die späteren Schritte benötigen werden.

Die Zeit bis zur Vorlage des Gutachtens wollten wir produktiv nutzen.

Da wir mittlerweile Zweifel an der Korrektheit des Verfahrens haben mussten, haben wir in Abstimmung mit unserer Anwältin die Gutachterkommission direkt per Mail vom 30. November 2017 um Akteneinsicht gebeten. Mit Schreiben vom 01.Dezember 2017 [41a - 20171201 - Akteneinsicht nicht möglich - Gutachtenauftrag erst verspätet versandt] teilte uns die Gutachterkommission mit, dass dies nicht möglich sei, da die Akte im Original am 25. Oktober 2017 an den Gutachter versandt worden sei. Auch wurde unser den Regularien entsprechendes Verlangen um Akteneinsicht in den Geschäftsräumen der Gutachterkommission nicht entsprochen. Damit wurde klar, dass die Gutachterkommission trotz unserer expliziten Bitte um zügige Begutachtung vor dem Hintergrund möglicher Verjährung im Februar 2018 und bereits durch die Gegenseite verursachter Verzögerungen den von uns freigegebenen Gutachtenauftrag erst sieben Wochen später versendet hat!

Mit Schreiben unserer Anwältin vom 05. Dezember 2017 [41b - 20171205 unsere Anwältin an GAK wg Aufklärung Falschaussage Geschäftsführer] bat diese die Gutachterkommission um Unterstützung bei der Aufklärung der Falschaussage der Geschäftsleitung des Krankenhauses vom 07. April 2017. Zu unserer Überraschung wird uns mit Schreiben der Gutachterkommission vom 12. Dezember 2017 [42 - 20171212 GAK ist nicht zuständig wg Aufklärung Falschaussage Geschäftsführer] mitgeteilt, dass die Klärung dieser Frage nicht in den Aufgabenbereich der Gutachterkommission falle, das Schreiben aber an das Krankenhaus weitergeleitet werde. Das Krankenhaus versuchte dann mit Schreiben vom 27. Dezember 2017 [43 - 20171227 Antwort Geschäftsführer zu Falschaussage], die Falschaussage mit einem Verweis auf ein der Gutachterkommission bekanntes Schreiben, das zudem genau das Gegenteil des Behaupteten ausdrückt, zu belegen.

Mit Schreiben vom 19. Januar 2018 [44 - 20180119 unsere Anwältin an Geschäftsführer wegen Falschaussage] nimmt unsere Anwältin das Schreiben der Geschäftsführung des Krankenhauses mit scharfem und gleichzeitig belustigtem Unterton förmlich auseinander und stellt in Aussicht, dass der Aufsichtsrat des Krankenhauses bei unterbleibender Richtigstellung um Richtigstellung gebeten wird. Die Geschäftsleitung versucht dann mit Schreiben vom 06. Februar 2018 [45 - 20180206 Antwort Geschäftsführer zu Falschaussage] die falsche Behauptung zurückzunehmen, nicht jedoch ohne Versuch, diese irgendwie anders zu begründen.

Dieses Schreiben beantwortet unsere Anwältin mit Schreiben vom 20. Februar 2018 [46 - 20180220 unsere Anwältin an Geschäftsführer wegen Falschaussage], um die weiteren Ausführungen der Geschäftsführung des Krankenhausen zum alternativen Beleg der Falschaussage zu widerlegen.

Nachdem unsere Anwältin die Gutachterkommission mit Schreiben vom 02. März 2018 nach dem Stand der Begutachtung fragt, wurde uns von der Gutachterkommission mit Schreiben vom 06. März 2018 das auf den 29. Januar 2018 datierte und mit einem Eingangsstempel der Gutachterkommission vom 05. März 2018 datierte „Gutachten“ [XXX] übersandt."

 

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Die Dokumente wurden durch die betroffene Familie anonymisiert.

 

Herzlichen Dank für die Bereitstellung der umfangreichen Dateien. Es ermöglicht eine detailierte Einsicht in den langwierigen Prozess nach Gewalt in der Geburtshilfe.

Stand: 09.10.2018

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