Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.
Initiative für eine gerechte Geburtshilfe in Deutschland - Information, Austausch, Diskussion.

Willkommen bei Gerechte-Geburt!

Mit der Roses Revolution setzten wir am 25. November 2017, zum fünften Mal gemeinsam ein Zeichen gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe. Hier geht es zur aktuellen Pressemitteilung und zur Auswertung. Mehr Infos zur friedlichen Aktion gibt es hier.

An die jeweiligen Geburtskliniken (oder anderen  Institutionen/Personen), die gestern eine Rose erhielten: Wir freuen uns über und auf Rückmeldungen - gerne über das Kontaktformular. Wir hoffen darauf, dass Sie die friedliche Revolution als Chance sehen, etwas zu verändern.

 

Unter NEWS gibt es einen Überblick der letzten Neuerungen auf Gerechte-Geburt, unter Aktuell aktuelle Entwicklungen, Artikel rund um das Thema Geburtshilfe, z.B. aus der Politik oder zu Petitionen.

Zum 1. Juli 2017 wurde die jährliche Prämie der Berufshaftlichtversicherung auf 7639 Euro, 2016 bereits auf 6843 Euro erhöht und eine langfristige Lösung der Haftpflichtproblematik steht weiterhin aus! Noch immer warnt der Deutsche Hebammenverband außerdem vor negativen Auswirkungen zu schlechter Arbeitsbedingungen in Kliniken (DHV Feb./Mai 2016).

 

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Großartig, dass Sie den Weg hierher gefunden haben, dass Du Dich hier informierst, engagierst und beteiligst!

 

Hier finden Mütter, Väter, Familien, Betroffene, Hebammen und Interessierte Informationen rund um das Thema Verbesserung von Geburtshilfe.

 

Durch Vernetzung mit verschiedenen Vereinen, vielen Literatur-, Link- und Handlungsempfehlungen sowie den fachlichen Austausch und die Diskussion über das Thema möchte diese Seite auf die Suche nach einer Lösung gehen:

 

Bessere Geburtshilfe - gerechte Geburtshilfe - muss möglich sein. Dies meint "gerecht" für alle Beteiligten: die Mutter, den Vater, die Geburtshelfer (Hebamme, Ärzte, ggf. Krankenhauspersonal, Doula) und das Ungeborene - dies schließt eine transparente Behandlung, faire Bezahlung, gute und individuelle Betreuung sowie das Recht auf Selbstbestimmung mit ein.

 

Bei den vielen Angeboten rund um das Thema Geburt, ist es nicht immer leicht, den Überblick zu bewahren, Märchen von Realität zu trennen und das Wesentliche im Blick zu behalten. Hier möchte ich filter, fokussieren, kritisieren und aufklären.

 

Denn leider ist die Standard-Geburtshilfe in Deutschland alles andere als rosig!

 

Wer sich keine Beleghebamme leisten kann, keine abbekommt oder gar nicht darüber informiert ist, spielt die Hebammen-Lotterie in der Klinik und die ist mit ca. 98% der häufigste Geburtsort in Deutschland. Frauen müssen sich die dort eingesetzten Hebammen während der Geburt häufig teilen, was bedeutet, dass eine 1:1-Betreuung meist nicht möglich ist und es zu vielen medizinischen Interventionen kommt. Nur 7% aller Frauen erleben eine Geburt ohne medizinische Eingriffe, hingegen kommen ein Drittel der Babys mittlerweile per Kaiserschnitt zur Welt (davon zur Hälfte geplant, die andere Hälfte wird erst unter der Geburt entschieden). Dabei spricht die WHO (10.04.2015) von einer "optimalen" Kaiserschnittrate von ca. 10%-15%. Zwar stellen manche Statistiken eine insgesamt gute Zufriedenheit der Mütter über ihre Geburten fest, aber viel zu oft bleiben die Betreuung und die Umstände dem Zufall überlassen, Menschen werden durch Technik ersetzt. Personalmangel, Fallpauschalen, Zeitdruck, Haftpflichtproblematik sind Faktoren, die in der Geburtshilfe eigentlich nichts zu suchen haben sollten. Oft wird vergessen: Es geht um mehr als ums Überleben von Mutter und Kind, denn es ist nicht egal wie wir geboren werden.

 

Wenn Du keine positive Geburtserfahrung machen durftest, eine von den vielen traurigen Geburtsgeschichten gehört oder sogar selbst erlebt hast, dann mach mit bei der nächsten Roses Revolution am 25. November 2017, einer globale Aktion gegen Gewalt in der Geburtshilfe. Selbst die WHO brachte im September 2014 eine wichtige Erklärung zu „Gewalt in der Geburtshilfe“ heraus, um auf das Tabu-Thema und weltweite Problem aufmerksam zu machen. Gerechte-Geburt möchte hier einen Beitrag zur Aufklärung und Prävention leisten, bietet ein ehrenamtliches Hilfeangebot und ist damit Teil der weltweiten Bewegung für eine bessere Geburtshilfe. Vielleicht findest Du auch Antworten für Deine ungerechte Geburtserfahrung oder wie man sie vermeiden kann.

 

Auch Erstgebärende erfahren hier, was man besser vor der Geburt des Kindes wissen sollte, einem aber vielleicht auf den Veranstaltungen für werdende Eltern nicht mitgeteilt wird. Denn man kann sich schützen und mit beeinflussen, dass die Gebärende unter der Geburt gerecht behandelt wird und sich dadurch, auch wenn sie 90 ist, noch mit dem Gefühl von Erfüllung, Glück und Zufriedenheit an die Geburt ihres Kindes erinnern kann. Du möchtest also eine selbstbestimmte gerechte Geburt (für Dich selbst/Deine Partnerin/Tochter/Freundin)? Dann klick Dich z.B. durch die Video-/Artikel-Empfehlungen, denn Wissen ist Macht – Macht über Deine Geburtserfahrung.

 

Übrigens: Diese Seite befindet sich bewusst im Aufbau. Sie soll niemals fertig sein, sondern sich stets weiterentwickeln. Vielen Dank an dieser Stelle für die Vorschläge und positiven Rückmeldungen über das Kontaktformular.

 

Viel Spaß!

 

Eure Mascha

Hier bei einer Demo am 22.2.2014 in Hamburg - Initiative für bessere Geburtshilfe.

Foto: Screenshot aus Frau TV-Beitrag, WDR 16.03.2017.

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Kommentare

  • Cornelia Enning (Montag, 24. November 2014 07:50)

    Gute Aktion!

  • Batcu (Dienstag, 24. Februar 2015 15:35)

    Die Machart find ich total klasse, aber zur Geburt fehlt mir ein Hauch von Farbe, das ist doch eteinglich ein schf6ner Anlass oder *lach*

  • Hans-Joachim B. (Montag, 29. Juni 2015 00:51)

    Die Initiative (über die ich heute in einer Radiosendung auf WDR-5 gehört habe) ist voll und ganz richtig und nötig, sowohl für die Mütter als auch für die Neugeborenen als auch für die Väter... Was
    ich dennoch verstehe, ist, warum auch so viele Mütter und Väter heute - wenn es um Geburt geht - so stark von Angst gesteuert, dass sie sich im Zweifelsfall doch lieber in die Kliniken begeben und
    nicht den Mut zu einer Hausgeburt (im Beisein einer Hebamme) finden, wie es früher mal der Normalfall war (in den ganz seltenen Fällen, in denen sich eine komplizierte Geburt ankündigt, kann man
    immer noch in die Klinik gehen). Krankenhäuser verursachen heute vermutlich mehr Geburtskomplikationen als sie mal zu verhindern angetreten sind.

  • Bernd Lorey (Donnerstag, 16. Juli 2015 16:03)

    Als Mann bin ich bisher nicht in den Genuß gekommen, Gebärender zu sein. Aber Gewalt an Krankenhäusern habe ich über die Jahrzehnte von Ärzten wie Ärztinnen erlebt.
    Als ich kürzlich vor einer Blasenspiegelung über die örtliche Betäubung aufgeklärt werden wollte, erklärte mir der Urologe, daß ihm seine Zeit zu schade wäre. Alternativ könne ich auch gleich wieder
    nachhause gehen.
    Also ertrug ich die unerträglichen Schmerzen ohne Betäubung.
    Anschließend entschuldigte sich der Arzt bei mir für sein Verhalten, nicht ohne mich danach darauf hinzuweisen, daß ich ein Teil des Grundes für sein Verhalten war. Meine Antwort war: Ich lasse mir
    nichts mehr bieten.
    In einem anderen Falle ließ ich einem Chefarzt meine Erlebnisse in Schriftform zukommen. Seine Antwort: Ich glaube Ihnen, was Sie da schreiben, aber ich darf Ihnen das nicht glauben.

  • Angela Bruns (Mittwoch, 22. November 2017 14:56)

    Hallo Mascha,
    ich habe gerade das Feature von gestern im Deutschlandfunk gehört und bin so über diese Seite informiert worden.
    Diese Sendung hat mich sehr erschüttert, zeigt sie doch, dass die Vorurteile, die ich einer Klinikgeburt entgegengebracht habe, immer noch Realität sind. Weil meine Mutter in den 60er Jahren solche und schlimmere Erfahrungen machte (meine ältere Schwester starb an Hirnbluten infolge einer brutalen Geburt) habe ich meine drei Kinder gemeinsam mit meinem Mann und einer Hebamme zuhause bekommen(vor 20 Jahren). Ich bin so froh darüber und kann es nur empfehlen!
    Leider wird die Hausgeburt durch die überteuerten Versicherungen langsam immer unmöglicher gemacht.

    Diese Seite finde ich deshalb wichtig, damit sich endlich etwas in den Kliniken ändert!
    Respekt vor jedem, auch den Müttern in einer hilflosen Situation, das müssen Ärzte noch lernen.

    Viel Erfolg!

  • Susanne Rackel (Freitag, 24. November 2017 07:48)

    Als ich 1984 meinen Sohn im städtischen Krankenhaus gebar, bekamen ALLE Frauen einen Dammschnitt, egal, ob dieser nötig gewesen wäre oder nicht! Dieser Dammschnitt hat mich mein restliches Leben lang durch Entzündungen und dickes Narbengewebe gestört und behindert! Auch den sich auf meinen Bauch werfenden Geburtshelfer habe ich erlebt, um die Nachgeburt schneller aus meinem Leib zu holen, ich hatte ja den Kreissaal schon 22 Stunden lang belegt! Diese Dammschnitte sind ein einschneidendes, gewaltvolles Eingreifen in den Körper einer Frau, der generell bei allen Gebärenden seiner Zeit durchgeführt wurde. Nie mehr habe ich diese Misshandlungen vergessen!

  • Tanja Seidel (Samstag, 25. November 2017 23:50)

    Ich habe am 4.6. einen wundervollen jungen entbunden. Ich denke täglich mit Schrecken an die Geburt zurück. Ich bin für mein Leben traumatisiert und werde niemals noch ein Kind bekommen. Die Ärzte mit denen ich in Kontakt kam waren der Albtraum und mein Kind sah nach der Geburt aus als hätte es einen Boxkampf hinter sich durch das falsche Handeln der Ärzte. Nach dem Notksaiserschnitt hieß es nur: Sie haben ab jetzt zwei Mal im Jahr Geburtstag. Ich weiß nicht ob es jemanden interessiert wenn ich meine ganze Geschichte ausführlich schildere und umreiße deshalb nur grob. Bis heute keine Entschuldigung vom Krankenhaus oder den Ärzten.

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Stand: 12.02.2018

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