Gerechte Geburt bereitet eine Verfassungsbeschwerde gegen Gewalt und Missstände in der Geburtshilfe vor. Die Einreichung ist für das erste Quartal 2026 geplant. Fachkräfte aus dem geburtshilflichen Umfeld sind eingeladen, sich mit Stellungnahmen oder Fallberichten zu beteiligen.
Hebammen, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Fachpersonen erleben strukturelle Gewalt oft aus nächster Nähe: unterbesetzte Schichten, ökonomischer Druck, fehlende Zeit für Aufklärung, moralische Dilemmata. Auch Fachkräfte sind betroffen – durch systemische Überlastung, ethische Konflikte, fehlende Schutzmechanismen und strukturelle Rahmenbedingungen, die professionelles Handeln erschweren.
Ihre Berichte helfen, verfassungsrechtlich relevante Muster sichtbar zu machen und die strukturelle Dimension der Gewalt zu belegen.
Bitte beschränken Sie sich auf 1–3 Seiten. Optional können Sie ergänzende Unterlagen beifügen (z. B. Notizen, anonymisierte Beispiele, Dokumente).
Relevante Inhalte können zum Beispiel sein:
Situationen, in denen Gebärende ohne Einwilligung behandelt wurden
Gewalt oder übergriffiges Verhalten, das Sie selbst erlebt oder bei Kolleg:innen beobachtet haben
Fälle, in denen Sie nicht eingreifen konnten, obwohl Sie Gewalt wahrgenommen haben
strukturelle Bedingungen wie Personalmangel, Zeitdruck oder ökonomische Vorgaben
Erfahrungen mit fehlenden Melde‑, Beschwerde‑ oder Hilfestrukturen oder folgenlosen Hinweisen
Erfahrungen mit struktureller Diskriminierung oder Machtasymmetrien
Ausstieg aus dem Beruf aufgrund struktureller Gewalt oder untragbarer Bedingungen
Wechsel des Arbeitsfeldes, weil eine sichere oder ethisch vertretbare Berufsausübung nicht mehr möglich war
gesundheitliche oder psychische Belastungen, die durch systemische Missstände entstanden oder verstärkt wurden
moralische Konflikte, Überforderung oder Burnout, die aus strukturellen Rahmenbedingungen resultierten
Berichte aus Vergangenheit und Gegenwart, die strukturelle Muster sichtbar machen
Diese Beispiele dienen zur Orientierung. Jede Erfahrung, die das Ausmaß von Gewalt im Kontext von Gynäkologie und Geburtshilfe sichtbar macht, kann hilfreich sein.
Berichte können formlos per E‑Mail gesendet werden: verfassungsbeschwerde@gerechte-geburt.de
Alle Einsendungen werden standardmäßig anonym ausgewertet. Wenn Sie wünschen, dass Ihr Name oder Ihre berufliche Funktion in der Beschwerde genannt wird, vermerken Sie dies bitte ausdrücklich in Ihrer Einreichung.
Mit der Einsendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihre Angaben zur Vorbereitung der Verfassungsbeschwerde verarbeiten. Ausführliche Informationen zum Datenschutz finden Sie hier.
Es handelt sich nicht um juristische Beratung. Das Bundesverfassungsgericht prüft keine Einzelfälle.
Ihre Einreichung macht Sie nicht zur Beschwerdeführerin oder zum Beschwerdeführer; sie kann jedoch einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Beweisführung leisten.
Die Berichte dienen als Belege für strukturelle Gewaltformen und staatliche Schutzpflichtverletzungen.
Die Berichte werden ausgewertet, dokumentiert und in die juristische Argumentation der Verfassungsbeschwerde eingebunden. Sie helfen, strukturelle Gewalt sichtbar zu machen und die Notwendigkeit staatlicher Reformen zu belegen.
Die Vorbereitung der Verfassungsbeschwerde ist umfangreich und erfordert kontinuierliche fachliche, organisatorische und juristische Arbeit. Damit wir diese Aufgabe unabhängig und sorgfältig erfüllen können, sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Spenden können direkt über Betterplace getätigt werden. Hier geht es zur Spendenseite.
Vielen Dank für Ihre Mitwirkung. Ihre Perspektive ist entscheidend, um Geburtshilfe gerechter, sicherer und menschenwürdiger zu gestalten.