Gerechte Geburt - Verein zur Förderung gerechter Geburtshilfe e. V. - Information, Aufklärung, Initiative
Gerechte Geburt - Verein zur Förderung gerechter Geburtshilfe e. V.- Information, Aufklärung, Initiative

Positionspapier: "Gemeinsame Erklärung zu Grundrechtsverletzungen und Missständen in der Geburtshilfe"

Die „Gemeinsame Erklärung“ liegt in der Fassung vom 18. Juli 2026 vor. Sie ist öffentlich zugänglich und kann weiterhin von Organisationen, Fachpersonen und Einzelpersonen mitgezeichnet werden. (PDF zum Download siehe unten)

GEMEINSAME ERKLÄRUNG

zu Grundrechtsverletzungen und Missständen in der Geburtshilfe

Für eine verfassungsrechtliche Klärung und die Wahrung der Grundrechte in der Geburtshilfe

 

Geburt ist ein prägendes Ereignis im Leben von Familien. Schwangerschafts- und Geburtserfah­rungen haben langfristige Auswirkungen auf Gesundheit und Lebenswege. Die Rahmenbedingungen und die Gestaltung der Geburtshilfe haben Folgen, die weit über den einzelnen Geburtsverlauf hinausreichen — individuell und gesellschaftlich.

Vielerorts wird täglich eine professionelle und wertschätzende Betreuung auf hohem Niveau geleistet – ein Qualitätsstandard, der flächendeckend sichergestellt werden muss. Gleichzeitig zeigen Forschung, Praxis und Berichte von Betroffenen, dass zentrale Elemente einer sicheren und respektvollen geburtshilflichen Versorgung – darunter Aufklärung, Einwilligung, Sicherheit, personelle Ausstattung und evidenzbasierte Behandlung – in zahlreichen Situationen nicht verlässlich gewährleistet sind.

 

Die RESPECT-Studie (2025) weist darauf hin, dass rund ein Viertel der Befragten Formen von Gewalt und Diskriminierung unter der Geburt erlebt hat. Häufig stehen diese Erfahrungen im Zusammenhang mit Faktoren wie Personalmangel, Arbeitsbelastung und unzureichenden Ressourcen.[1] Weitere Forschung zeigt zudem, dass negative geburtshilfliche Erfahrungen mit einem erhöhten Risiko für Trauma und psychische Belastungen bei Müttern sowie mit Belastungen für Neugeborene verbunden sein können – insbesondere in der frühen Eltern‑Kind‑Bindung und Regulation.

Diese Befunde machen deutlich: Strukturelle Missstände und Gewalt im Kontext von Geburtshilfe verletzen die Rechte von Frauen und gebärenden Personen ebenso wie das Recht der Kinder auf Schutz und Gesundheit. Sie stellen eine Form struktureller Diskriminierung dar und beeinträchtigen darüber hinaus die Grundrechte von Partner*innen, die durch Ausschluss oder fehlende Beteiligung betroffen sind, sowie die Rechte des geburtshilflichen Personals auf sichere, gut ausgestattete und berufsethisch verantwortbare Arbeitsbedingungen.

 

All dies geschieht trotz jahrelanger Eingaben, Petitionen, Positions- und Forderungspapiere an politi­sche Entscheidungsträger*innen – getragen von einem breiten Spektrum betroffener, fachlicher, gesellschaftlicher und politischer Akteur*innen. Dennoch bleiben dringende Reformen bisher aus.

Internationale Menschenrechtsabkommen verpflichten Deutschland ausdrücklich zum Schutz der Gesundheit und der Rechte von Frauen, Kindern und Familien im reproduktiven Kontext. Die UN‑Kinderrechtskonvention (Art. 24) verpflichtet Deutschland zur Sicherstellung einer angemessenen Gesundheitsfürsorge für Mutter und Kind sowie zum besonderen Schutz des Kindes vor und nach der Geburt.[2] Die Istanbul‑Konvention[3] (Art. 3, 4, 18, 25) und das CEDAW‑Übereinkommen[4] (insbesondere General Recommendation No. 35) verstehen Gewalt im reproduktiven Kontext als Menschenrechts­verletzung und verlangen wirksame staatliche Maßnahmen zur Prävention, Aufarbeitung und Sanktionierung. In Deutschland bestehen weiterhin erhebliche Defizite bei der Umsetzung dieser menschenrechtlichen Verpflichtungen.

 

Ein zentraler Grund für das Fortbestehen dieser Missstände liegt darin, dass Gewalt in der Geburts­hilfe in Deutschland bislang weder systematisch anerkannt noch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und adressiert wird. Die beschriebenen Missstände reichen zudem weit über die Geburt selbst hinaus und betreffen auch die Versorgung bei Fehlgeburt und Schwangerschaftsverlust sowie weitere Bereiche rund um Schwangerschaft, Wochenbett und Kinderwunsch. Es fehlt ein gemein­samer gesellschafts- und gesundheitspolitischer Rahmen, der verbindliche Strategien, Zuständig­keiten und Maßnahmen zur Prävention und zur Verbesserung der Versorgung festlegt.

 

Verfassungsrechtliche Dimension

Wir, die Unterzeichnenden, sehen in der Geburtshilfe in Deutschland Versorgungsrealitäten, die die Rechte, Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten gefährden: der Schwangeren, der Gebärenden, der Mütter, der (ungeborenen) Kinder, der Väter und Partner*innen sowie der im System arbeitenden Fachkräfte.

Wir halten es für notwendig, dass die verfassungsrechtlich geschützten Interessen aller Beteiligten — darunter körperliche und psychische Unversehrtheit, sexuelle Selbstbestimmung, Würde und sichere Arbeitsbedingungen — in der Geburtshilfe konsequent beachtet und geschützt werden.

Diese Grundsätze entsprechen den von der WHO 2014, 2016 und 2025 formulierten Standards einer sicheren, respektvollen, gewaltfreien und selbstbestimmten Geburtshilfe und werden durch internationale Gremien bestätigt: Sowohl der Europarat als auch die Vereinten Nationen erkennen Gewalt und Missstände in der Geburtshilfe als Menschenrechtsverletzung an.[5]

 

Unser Anliegen

Die Unterzeichnenden sprechen sich für eine sichere, respektvolle und grundrechtskonforme Geburtshilfe in Deutschland aus. Wir sehen eine verfassungsrechtliche Klärung als entscheidenden Schritt, um die bestehenden Missstände wirksam anzugehen und die Rechte aller Beteiligten zu schützen — zum Wohl von Frauen, Kindern, Familien, Partner*innen, Fachpersonen und allen betroffenen Menschen.

 

 

[1] Porstendorfer-Almeida Froz, C., Vollert, B., Hansen, I., Schurig, N., Seefeld, L., Weise, V., Birdir, C., Wimberger, P., & Garthus-Niegel, S. (2025). RESPECT Parents – Subjektives Geburtserleben, Mistreatment, Diskriminierung und geburtsbezogene PTBS-Symptome. Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 85, 1304–1325. https://doi.org/10.1055/a-2717-7798

[2] United Nations. (1992). Convention on the Rights of the Child (CRC). In Deutschland in Kraft seit 5. April 1992. https://www.unicef.de/194402/data/77afdd9d17e246129b04e8aef70a01ab

[3] Parliamentary Assembly of the Council of Europe. (2019). Resolution 2306: Obstetrical and gynaecological violence. Council of Europe. https://assembly.coe.int/nw/xml/XRef/Xref-XML2HTML-EN.asp?fileid=28236&lang=en 

[4] Committee on the Elimination of Discrimination against Women (CEDAW). (2017). General Recommendation No. 35 on gender-based violence against women (CEDAW/C/GC/35). https://digitallibrary.un.org/record/1305057 

[5] Weltgesundheitsorganisation. (2014). Prävention und Beseitigung von Respektlosigkeit und Misshandlung unter der Geburt in Einrichtungen. WHO. https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/841004bd-4760-493e-a795-3fc012efc105/content

World Health Organization. (2016). Standards for improving quality of maternal and newborn care in health facilities. WHO. https://apps.who.int/iris/handle/10665/249155 

World Health Organization. (2025). Compendium on respectful maternal and newborn care. WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9789240110939

Šimonović, D. (2019). A human rights‑based approach to mistreatment and violence against women in reproductive health services with a focus on childbirth and obstetric violence: Note by the Secretary‑General (A/74/137). United Nations. https://digitallibrary.un.org/record/3823698

 

 

Die folgenden Organisationen unterstützen die Erklärung namentlich:

  • act & protect® - Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt 
  • Beginenhof Westerburg – Frauen gegen Gewalt e. V., Mitglied im Frauen gegen Gewalt e. V. – Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff)
  • Cytotec Stories - Betroffenenorganisation
  • Deutscher Hebammenverband e. V. (DHV) – Dachverband der 16 Hebammenlandesverbände
  • Erzählcafé‑Aktion – Netzwerk zur Förderung geburtshilflicher Erfahrungsberichte
  • Gerechte Geburt e. V. – Verein zur Förderung gerechter Geburtshilfe
  • Hebammen für Deutschland e. V. – eine Initiative zum Erhalt individueller Geburtshilfe
  • Hebammenlandesverband Baden‑Württemberg e. V.
  • ISPPM e. V. – Internationale Gesellschaft für Prä‑ und Perinatale Psychologie und Medizin
  • kidsgo Verlag GmbH
  • Mother Hood e. V. – Bundeselternorganisation zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr
  • Schwanger ohne Gewalt – Initiative: Sexualisierte Gewalt in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – erkennen, benennen, beenden.

 

Die Erklärung wird zudem von zahlreichen Fachpersonen, Unterstützer*innen und Betroffenen namentlich gezeichnet. Alphabetische Reihenfolge: Algermissen, Ina Anna: Traumafachberaterin und Überlebende von schwerster Gewalt in der Geburtshilfe 2016 und 2024, Remscheid |Arps-Roelle, Verena: Autorin und Speakerin sowie Initiatorin von „act & protect® – Gegen sexualisierte Gewalt“, Münster | Baum, Beda: Unterstützerin | Behrmann, Irene: M. A. Erziehungs­wissenschaften, 29331 Lachendorf | Birner, Nadine: Doula & Feministische Coachin, Neustrelitz | Bloedorn, Kristina: Doula, Stillberaterin, Erzieherin, Gründerin Bauchgeburt.de, Mutter von 4 Kindern, Köln | Eisert-Hilbert, Claudia: Lehrerin im Ruhestand, dreifache Mutter, Oma von derzeit 6 Enkel*innen, Rellingen | Elliot, Elvira: Rentnerin, Mutter von 5 Kindern, sekundär Betroffene, 63500 Seligenstadt | Ensel, Dr. Angelica: Hebamme, Kulturwissen­schaftlerin, Lehrbeauftragte HAW Hamburg, Redakteurin Deutsche Hebammen Zeitschrift | Friedrichs, Pia: Sozialarbeiterin und Doktorandin, Köln, 2 Kinder (und ein Sternenkind) | Girnus, Laura: Mutter, Heidgraben | Grieschat, Mascha: Vorstand, Gerechte Geburt e.V., Studienrätin, Doula, Uetersen | Grieschat, Nadja: M.S. Psychologin, Kiel |Hansen‑Krewer, Corinna : Doula, Expertin für Fehlgeburten und Autorin, Longuich |Hauck, Carola: Filmemacherin, Regisseurin | Helmerich, Eliza: Berlin - ein Kind | Hilbert, Jochen: Lehrer im Ruhestand, Rellingen | Hirt, Barbara: Gründerin von kidsgo, Teamgestalterin und Coachin | Ilmer, Julia: Sozialarbeiterin, ein Kind, Kreis Soest | Jacob, Finn: Vater, Kiel | Lachmann, Gabriela: Expertin für Geburtstraumatherapie, beyond Geburt | Lehnertz, Anja: Hebamme, Waldbronn | Mang, Pezi Veronica: M. Sc. Public Health / Gesundheitswissenschafterin, Gesundheits- und Krankenpflegerin | Mundlos, Christina: Soziologin, Autorin, Braunschweig | Müller, Kristin: Sozialarbeiterin aus Altena in Westfalen | Nanish, Shereen: Digital Advisor at MSF, Neuss, Germany | Noll, Alexandra: zweifache Sternenmama, Nordrhein-Westfalen | Roetzel, Dana: Hamm | Schneider, Sophie, Ärztin, München | Wessner, Manuela: Geschäftsführung Kidsgo Verlag, Köln | Weidinger, Bettina: Psychotherapeutin, Bad Füssing | Wilcke, Marie: Rechtsstudentin, Winsen (Luhe) | Worthmann, Dorothee: Versicherungskauffrau, 5 Fehlgeburten, Aschen.

 

Die „Gemeinsame Erklärung“ kann weiterhin unterzeichnet werden | Stand: 18.07.2026

Unterzeichnung (Einzelpersonen: Name, Beruf/Funktion, Ort; Organisationen: Logo) bitte an Gerechte Geburt e. V., Mascha Grieschat: mascha.grieschat(a)gerechte-geburt.de

 

 

Uetersen, den 18.07.2026

Die gemeinsame Erklärung wurde im Februar 2026 erarbeitet und am 18. Juli, dem internationalen Nelson‑Mandela‑Tag, vorläufig beschlossen. Der Tag steht weltweit für die Anerkennung von Menschenwürde, die Überwindung struktureller Gewalt und die Verantwortung staatlicher Institutionen. Das Datum unterstreicht die menschenrechtliche Dimension des Anliegens. Eine Unterzeichnung ist weiterhin möglich.

PDF zum Download siehe unten.
Gemeinsame Erklärung - Stand: 18.07.2026
"Gemeinsame Erklärung zu Grundrechtsverletzungen und Missständen in der Geburtshilfe | Für eine verfassungsrechtliche Klärung und die Wahrung der Grundrechte in der Geburtshilfe"
Y1 – Gemeinsame Erklärung zu Grundrechts[...]
PDF-Dokument [497.8 KB]

Unterzeichnen Sie die Gemeinsame Erklärung

Die Gemeinsame Erklärung zur Wahrung der Grundrechte im Kontext von Geburtshilfe lebt von der Breite der Stimmen, die sie tragen. Wir laden alle ein, die Missstände in der Geburtshilfe nicht länger hinnehmen wollen – Fachpersonen, Betroffene, Wissenschaftler*innen, Eltern, Verbände, Organisationen und engagierte Einzelpersonen, die Erklärung zu zeichnen und so die Notwendigkeit einer verfassungsrechtlichen Klärung zu unterstreichen.

Jede Unterschrift stärkt die Sichtbarkeit, die politische Wirkung und den gesellschaftlichen Druck, endlich wirksame Reformen einzuleiten. Ihre Stimme zählt – unabhängig davon, ob Sie beruflich in der Geburtshilfe tätig sind, persönliche Erfahrungen mitbringen oder das Anliegen grundsätzlich unterstützen möchten.

 

So einfach geht`s:

  1. Eine kurze E‑Mail an: mascha.grieschat[a]gerechte-geburt.de

  2. Betreff: Unterzeichnung – Gemeinsame Erklärung

  3. Text einfügen (mögliche Vorlage siehe unten)

  4. Abschicken – fertig.

Für Einzelpersonen: Bitte Name, Beruf/Funktion und Ort angeben.

Für Organisationen: Bitte zusätzlich Logo (jpg) anhängen.

Einzelpersonen

Hiermit unterzeichne ich die „Gemeinsame Erklärung zu Grundrechtsverletzungen und Missständen in der Geburtshilfe“

Ich möchte wie folgt genannt werden:

Maja Mustermann, Erzieherin, Berlin - zwei Kinder

Ich unterstütze die Ziele der Erklärung und möchte als Unterzeichner*in aufgeführt werden.

 

Hinweis: Der volle Name muss angegeben werden. Beruf/Funktion, Ort und "Zusatz" sind optional.

 

Organisationen / Verbände / Einrichtungen

Hiermit unterzeichnen wir die „Gemeinsame Erklärung zu Grundrechtsverletzungen und Missständen in der Geburtshilfe“.

Name der Organisation:  _______________
Vertretungsberechtigte Person:  _______________
Funktion:  _______________
Ort:  _______________ 

Unser Logo (jpg) ist beigefügt. oder Wir unterzeichnen ohne Logo.  


Wir unterstützen die Ziele der Erklärung und möchten als Organisation aufgeführt werden.

 

 

Hinweis: Wer unsere Arbeit an der Verfassungsbeschwerde zusätzlich unterstützen möchte, kann dies auch mit einer Spende tun.

Alternative Möglichkeit zur Online‑Mitzeichnung:

Es ist ebenfalls möglich, direkt auf dieser Seite einen Kommentar mit Name, Funktion und Ort zu hinterlassen.

Beispiele:

  • „Anna Müller, Hebammenstudentin, Berlin“
  • „Max Mustermann, Papa von 4 Kindern, München“

Diese Angaben werden von uns in die Unterschriftenliste der „Gemeinsamen Erklärung“ übernommen und der Kommentar anschließend gelöscht. Für Organisationen benötigen wir zusätzlich ein JPG‑Logo.

 

Start: 12.05.2026, 11:20

 

Mit meinem Kommentar unterzeichne ich offiziell die "Gemeinsame Erklärung" zur Wahrung der Grundrechte in der Geburtshilfe.

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Kommentare

  • Nicole Ebrecht-Fuß (Sonntag, 12. April 2026 18:36)

    Seit über 15 Jahren darf ich Frauen und Familien begleiten rund um Geburt. Auch co- traumatisiertes geburtshilfliches Personal kommt zu mir. Die Berichte, Erlebtes sind zum Teil erschütternd. Vor allem vor dem Hintergrund der Vermeidbarkeit - da ca.. 95% strukturelle Ursachen sind! Ich greife mal nur ein Thema heraus: Die Trennung von Mutter und Kind bei gesundheitlichen Auffälligkeiten nach der Geburt. Wir wissen, Mutter und Kind sind eine Einheit. Die Folgen dieser unnötigen, systembedingten Trennung haben vielfältige und grundlegende Folgen. Wissen wir doch, das eine sichere Bindung und UrVertrauen wesentliche Grundlagen für das gesamte Leben darstellen. DAS WISSEN WIR. Und trotzdem bekommen gerade frisch sectionierte Mütter auf der Kinderstation gesagt: " Sie sind nicht unsere Patientin. Sie wissen schon, dass wir uns hier nicht um Sie kümmern können." Wir wissen außerdem, dass Babys am besten im Haut zu Haut Kontakt mit der Mutter gedeihen und heilen können. Aber nach wie vor trennen wir diese heilige Einheit von Mutter und Kind. Sehenden Auges. Und das ist nur ein Beispiel. Ich frage mich schon lange: Ist es überhaupt gewünscht, und ein Ziel von Entscheidungsträgern, dass Familien gute und kraftvolle Startbedingungen haben? Die Weichen werden seit vielen Jahren ins Gegenteil gelegt.

  • Corinna Hansen-Krewer (Dienstag, 14. April 2026 21:57)

    Ich habe mich seit 8 Jahren auf die Begleitung von frühem Schwangerschaftsverlust spezialisiert. Ich begleite Frauen über Fehlgeburten, kläre auf und biete Wissen und Unterstützung an, während leider häufig Druck und Angst verbreitet wird. Aus Unwissenheit heraus.
    "Sie bekommen eine Sepsis", "Sie verlieren Ihre Gebärmutter", "Sie werden verbluten oder kriegen Krebs" sind häufiger Aussagen von Ärzten, teilweise direkt nach der Diagnose. Das darf nicht sein.

    Frauen brauchen dringend Schutz und allumfassendes Wissen über die Möglichkeiten, die ihnen nach der Diagnose zur Verfügung stehen - und zwar in Ruhe und ohne Druck, denn unter Anspannung und Angst findet keine gute Geburt statt.

    Dafür setze ich mich ein, denn auch Kleine Geburten sind Geburten. Und auch Sternenkinder dürfen in Würde in Empfang genommen und verabschiedet werden, egal, in welcher Schwangerschaftswoche der Verlust geschieht.

  • Gabriela Lachmann (Freitag, 15. Mai 2026 23:11)

    Ich begleite Frauen, die in ihrer Geburt verletzt wurden. Frauen, die seitdem schweigen, weil ihnen gesagt wurde, das sei normal. Die mit Bildern, Ängsten und einem Schmerz leben, den niemand benennt, solange das Kind gesund ist.
    Ich arbeite mit dem, was die Geburt in ihrem Körper, in ihrer Seele, in ihrer Beziehung zum Kind und zum Partner hinterlassen hat. Ich gebe ihrer Geschichte einen Ort, an dem sie endlich gehört wird.
    Gewalt in der Geburtshilfe ist real. Sie ist Alltag. Und solange darüber geschwiegen wird, ändert sich nichts. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Frauen gesehen, gehört und ernst genommen werden… im Kreißsaal und danach.
    Ich bringe Frieden in das, was die Geburt hinterlassen hat.

  • Manuela Wessner (Donnerstag, 21. Mai 2026 16:43)

    An alle die je eine Geburt erlebt haben, egal wie sie war. Es ist so wichtig informiert zu sein. Bitte helft Mascha einen Schritt in die Kindes- und Mamawohl Richtung zu gehen.

  • Marion Scheele (Freitag, 07. August 2026 03:41)

    Seit 20 Jahren begleite und bestärke ich Paare als Geburtsmentorin und Hebamme dabei, ihre Schwangerschaft und Geburt selbstbestimmt und angstfrei zu erleben.
    Marion Scheele, Gründerin von TraumGeburt

  • Jeannine Vogel (Sonntag, 16. August 2026 21:38)

    Als BindungsAnalytikerin, Doula und Mensch berichten mir Frauen & Männer Jahre, manchmal Jahrzehnte nach der Geburt ihrer Kinder von Entwürdigung, Schmerz, Ohnmacht, Erstarrung, Überforderung erzählen. Sie spüren: Für viele ist das normal, aber so kann es dich nicht gemeint sein. Und ich erlebte und begleitete selbst und hörte von natürlichen Geburten im sicheren Rahmen, die ein absolut stabiles Fundament für die Familien waren. Der Unterschied ist eklatant für das gesamte Familiensystem!
    Dieses Fundament ist für jedes Individuum, jede Familie und damit für unsere gesamte Gesellschaft von maximaler Bedeutung.

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Stand: 05.08.2026

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